Zuckerberg will Hasstiraden stoppen

Deutschland kritisiert, dass Facebook zu wenig gegen fremdenfeindliche Inhalte unternimmt. Das soll sich nun ändern.

War sich des Problems in Deutschland nicht bewusst: Facebook-Ceo Mark Zuckerberg in Berlin. (25. Februar 2016)

War sich des Problems in Deutschland nicht bewusst: Facebook-Ceo Mark Zuckerberg in Berlin. (25. Februar 2016)

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat Probleme des sozialen Netzwerks beim Vorgehen gegen ausländerfeindliche Hassparolen eingeräumt. «Bis vor kurzem haben wir das in Deutschland nicht gut genug gemacht», sagte Zuckerberg am Freitag bei einer Veranstaltung mit Nutzern in Berlin. «Wir hören die Botschaft laut und deutlich und wir sind entschlossen, besser zu werden», sagte er mit Blick auf Vorwürfe, dass Unternehmen tue hier nicht genug. Auch in Zukunft müsse Facebook hier noch besser werden.

Zuckerberg verwies darauf, dass das Unternehmen bereits wichtige Schritte eingeleitet habe. So werde die Gegenrede gegen Hassparolen in dem sozialen Netzwerk gefördert. Ausserdem kümmerten sich in Deutschland etwa 200 Menschen darum, sicherzustellen, dass «schlechte Inhalte» nicht auf Facebook stünden.

Hetze gegen Migranten

Den Verantwortlichen seien die spezifisch deutschen Aspekte dieses Problems früher nicht klar gewesen, räumte Zuckerberg ein. Dass beim Vorgehen gegen Hass im Internet auch ein besonderes Augenmerk auf Hetze gegen Migranten gelegt werden müsse, habe Facebook erst lernen müssen. Zugleich betonte Zuckerberg, dass es grundsätzlich «keine Toleranz» gegenüber Hetzparolen gebe. «Hassreden haben auf Facebook keinen Platz.»

Das Netzwerk wird in Deutschland immer wieder dafür kritisiert, nicht in ausreichendem Masse einzugreifen, wenn Nutzer gegen Flüchtlinge hetzen. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Unmuts hatte Facebook Ende November zugesagt, schärfer gegen solche Hassbotschaften vorzugehen.

Zuckerberg lobt die deutsche Haltung

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) lobte, dass Facebook zugesagt habe, strafbare Inhalte «schnell und konsequent» zu löschen. «Wir werden beobachten, wie erfolgreich diese Initiativen in der Praxis sind», sagte er den «Ruhr Nachrichten» vom Freitag. «Facebook muss dafür sorgen, dass strafbare Inhalte aus ihrem Netzwerk verschwinden.» Zugleich müssten «strafbare Beleidigungen oder Aufrufe zur Begehung von Gewalttaten von der Justiz konsequent geahndet werden».

Zuckerberg äusserte sich in Berlin positiv über die Haltung der deutschen Regierung in der Flüchtlingskrise. Dies sei «inspirierend und ein Vorbild für die Welt.» In vielen Staaten gebe es angesichts der zahlreichen Herausforderungen in der Welt eine Tendenz, sich nach innen zu wenden. Er hoffe, dass «mehr Länder» - auch die USA - dem Beispiel Deutschlands folgen werden.

(kat/AFP)

Erstellt: 26.02.2016, 16:30 Uhr

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