Google und Amazon zoffen um Millionen

Google will seine Tochter Youtube nicht mehr auf der TV-Box von Amazon anbieten. Damit reagiert der Internetriese auf angebliche Benachteiligung von Google-Produkten durch Amazon. Bei dem Streit geht es nicht nur um Werbegelder.

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Google und Amazon liefern sich einen erbitterten Kampf um Youtube, Amazon-Prime-Videos und andere Videoinhalte, die auf Fernsehern und anderen Schirmen anzusehen sind. Im Hintergrund geht es um Milliarden Dollar an Werbegeld.

Amazon ist dabei, das sogenannte Duopol von Google und Facebook bei den Anzeigen im Internet aufzubrechen. Wer bessere Inhalte in besserer Qualität anbietet, der bekommt mehr Anzeigenaufträge.

Google: Wehren uns nur

Google will sich gegen die angebliche Benachteiligung seiner Angebote wehren, die Amazon auf seinen Geräten und in seinen Diensten verbreitet. Deshalb soll die Google-Tochter Youtube ab dem 1. Januar nicht mehr auf Amazons Fire TV zu empfangen ein. Youtube werde zudem sofort von Echo Show genommen, einem intelligenten Lautsprecher mit Display, wie Google mitteilte.

Google will sich damit nach eigenen Angaben nur dagegen wehren, dass Amazon nicht mehr erlaubt, Premiumvideos über Googles Chromecast oder Google-Home-Geräte auf dem Fernseher abzuspielen oder via Stick Chromecast von mobilen Geräten darauf zu übertragen.

Ausserdem hat Amazon im vergangenen Monat Technologieprodukte von Nest aus seinem Onlinehandel genommen. Nest gehört zur Google-Muttergesellschaft Alphabet und verkauft internetgestützte Produkte für das Haus wie etwa über Smartphones gesteuerte Thermostate für Klimaanlagen.

Bisher kein Deal

«Wir haben versucht, mit Amazon eine Vereinbarung zu finden, die den Verbrauchern Zugang zu den Produkten und Diensten beider Anbieter bietet», erklärt Google. «Wegen mangelnder Gegenseitigkeit bieten wir Youtube nicht mehr auf Echo Show und Fire TV an. Wir hoffen, dass wir bald eine Abmachung erzielen, um diese Fragen zu lösen.»

Schon im September hatte Google seine Angebote für Amazon-Geräte vorübergehend gesperrt, weil Amazon angeblich die Qualität der Youtube-Videos absichtlich minderte, um die Kunden von diesen Streamingdiensten zu vertreiben und auf eigene Dienste zu locken.

Kampf um Nummer eins...

Amazon erwiderte darauf, dass es Google-Dienste nicht länger blockiere. Sowohl Echo Show als auch Fire TV zeigten Youtube in ganz normaler Qualität. Bei dem Konflikt geht es darum, wessen Technologie die Nummer eins bei der Übertragung von Videos von Mobilgeräten auf grosse Bildschirme sein wird.

Google und Amazon bieten solche Technik an. Offen ist, ob einer das Rennen machen und mit besserer Qualität den anderen zurückdrängen kann oder ob beide ihren jewei­ligen Kunden erlauben, sich ihr technisches Set frei zu wählen, da die Inhalte in guter Qualität zu sehen sind, egal, welches Gerät beider Anbieter man benutzt.

...und Netzneutralität

Der Kampf zwischen Google und Facebook auf der einen und Amazon auf der anderen Seite hat an Schärfe zugenommen, seit es Amazon gelungen ist, in das Werbe-Duopol einzudringen. Bisher entfallen 63 Prozent der digitalen Werbung in den USA auf Google und Facebook, wie eMarketer festgestellt hat.

Der Konflikt ist aber auch Bestandteil des Kampfes um Netzneutralität. Trump will die Bestimmungen ausser Kraft setzen, die bevorzugte ­Behandlung von Netzzugang und Übertragungsgeschwindigkeit gegen höheres Entgelt verhindern. Google und Amazon sind gegen das Ende der Netzneutralität. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2017, 11:40 Uhr

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