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Zweihundert Syrer sitzen in Moschee fest

In Damaskus geht das Regime von Bashar al-Assad in die Offensive. Oppositionelle warnen vor einem Massaker an Tausenden Zivilisten. Auch eine Kreuzfahrerburg gehört zu den Opfern der jüngsten Kämpfe.

Am Rande von Damaskus versuchen Assads Truppen die Oberhand zu gewinnen. Zwischen die Fronten geraten sind offenbar Dutzende Zivilisten. In einem umkämpften Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach Angaben oppositioneller Aktivisten rund 200 Zivilisten in einer Moschee eingeschlossen, die sie wegen heftiger Gefechte nicht verlassen können.

Die Gefechte konzentrierten sich offenbar auf die beiden Vororte Dschobar und Kabun. Von dort aus hatten Assad-Gegner häufig Mörser-Granaten auf das Zentrum der Hauptstadt abgefeuert. Das Oppositionsbündnis der syrischen Nationalkoalition warnt, in Kabun seien Tausende Zivilisten in Gefahr, von den Truppen des Staatspräsidenten Bashar al-Assad «massakriert» zu werden.

Massive Zerstörung

Regierungsvertreter führten Journalisten durch Dschobar und erklärten, der Stadtteil sei zu 60 Prozent wieder unter Kontrolle der Regierung. Dies ist von unabhängiger Seite nicht nachzuprüfen. Ein AP-Reporter sah in Dschobar massive Zerstörung, die auf heftige Kämpfe schliessen liess.

Die von der Opposition erwähnte Moschee mit den eingeschlossenen Zivilisten befindet sich unweit von Dschobar im ebenfalls umkämpften Kabun. Im Umkreis des Gotteshaus soll es heftige Kämpfe geben, Assads Truppen sollen mit gepanzerten Fahrzeugen und Elitesoldaten in das Viertel vorrücken.

Kreuzfahrerburg offenbar bei Luftangriff beschädigt

Syriens bekannteste Kreuzfahrerburg, der Crac des Chevaliers, ist offenbar bei einem Luftangriff beschädigt worden. Videoaufnahmen der Aufständischen Bashar al-Assad zeigten, wie ein Geschoss in die jahrhundertealte Festung einschlug. Auf einem der Videos ist zu sehen, wie aus einem Turm dichter Rauch aufsteigt, andere Aufnahmen zeigen, wie in einer Decke ein riesiges Loch klafft, während der Boden mit Trümmern übersäht ist. Einer der Kommentatoren machte Assad für die Zerstörungen verantwortlich. Von unabhängiger Seite wurde der Luftangriff zunächst nicht bestätigt.

Die im 11. Jahrhundert entstandende Festung liegt in der von den Rebellen kontrollierten zentralsyrischen Provinz Homs. Der Grossteil der heutigen Burg stammt aus der Zeit der Kreuzzüge, aus dieser Epoche rührt auch ihr Name. Im Jahr 2006 nahm die Unesco sie auf ihre Weltkulturerbe-Liste auf, seit diesem Jahr steht sie auf ihrer Liste der bedrohten Kulturgüter.

Nach Angaben des Leiters der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, könnte es sich um eine Vergeltungsmassnahme der syrischen Luftwaffe handeln. Zuvor hatten Rebellen von dem Berg mit der Festung aus das alawitische Dorf Kumeiri angegriffen und fünf Menschen getötet – Präsident Assad gehört der Minderheit der Alawiten an, einer Abspaltung der Schiiten.

Israel bombardiert Raketenlieferung für Syrien

Israel hat gemäss Medienberichten in Syrien ein Munitionsdepot mit modernen russischen Anti-Schiffs-Raketen bombardiert. Beim Angriff vom 5. Juli in der Nähe der Hafenstadt Latakia seien mehrere Menschen getötet worden, berichtete der Nachrichtensender CNN.

Nach Informationen der britischen «Sunday Times» feuerte ein israelisches U-Boot die Raketen ab. Das Ziel seien 50 aus Russland gelieferte Raketen vom Typ Jachont P-800 gewesen. Israels Regierungssprecher Mark Regev sagte in Jerusalem: «Wir kommentieren diese Art von Berichten niemals .»

sda/AFP/AP/mw

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