Zum Hauptinhalt springen

Zwei französische Soldaten in Zentralafrika getötet

Drei Tage nach Beginn des Einsatzes in der Zentralafrikanischen Republik beklagt Frankreich die ersten Toten. Zwei Fallschirmjäger sind in der Nacht «im Kampf» ums Leben gekommen.

bru
Waren nach einem Putsch an die Macht gelangt: Übergangspräsident Michel Djotodia (links) und Regierungschef Nicolas Tiengaye. (30. März 2013)
Waren nach einem Putsch an die Macht gelangt: Übergangspräsident Michel Djotodia (links) und Regierungschef Nicolas Tiengaye. (30. März 2013)
AFP
Tausende suchen Zuflucht: Das Flughafengelände in Bangui. (6. Dezember 2013)
Tausende suchen Zuflucht: Das Flughafengelände in Bangui. (6. Dezember 2013)
AP Photo/Jerome Delay, Keystone
Bewachen den Flughafen: Französische Soldaten. (6. Dezember 2013)
Bewachen den Flughafen: Französische Soldaten. (6. Dezember 2013)
AP Photo/Jerome Delay, Keystone
Die Intervention beginnt: Französische Truppen auf Patrouille in Bangui. (6. Dezember 2013)
Die Intervention beginnt: Französische Truppen auf Patrouille in Bangui. (6. Dezember 2013)
SIA KAMBOU, AFP
Die Lage in der Hauptstadt eskaliert: Soldaten der Séléka in Bangui. (5. Dezember 2013)
Die Lage in der Hauptstadt eskaliert: Soldaten der Séléka in Bangui. (5. Dezember 2013)
Emmanuel Braun, Reuters
In Bangui herrschen Chaos und Gewalt: Ein gepanzertes Fahrzeug der internationalen Truppen in Zentralafrika. (5. Dezember 2013)
In Bangui herrschen Chaos und Gewalt: Ein gepanzertes Fahrzeug der internationalen Truppen in Zentralafrika. (5. Dezember 2013)
Sia Kambou, AFP
In Bouca begann die Lage vor knapp drei Monaten zu eskalieren. Am 9. September griffen christliche Milizionäre ein muslimisches Viertel an und steckten Häuser in Brand. Die Vergeltung der Séléka-Rebellen liess nicht lange auf sich warten. Im Bild sind Menschen in der katholischen Missionsstation in Bouca zu sehen. (28. November 2013)
In Bouca begann die Lage vor knapp drei Monaten zu eskalieren. Am 9. September griffen christliche Milizionäre ein muslimisches Viertel an und steckten Häuser in Brand. Die Vergeltung der Séléka-Rebellen liess nicht lange auf sich warten. Im Bild sind Menschen in der katholischen Missionsstation in Bouca zu sehen. (28. November 2013)
Keystone
Seit Anfang November wird Bouca von einer neuen Welle der Gewalt erschüttert. Mehrere hundert Wohnungen liegen in Schutt und Asche. Wer nicht – wie dieses Kind – in die Missionsstation geflohen ist, hält sich im Busch rund um die Stadt versteckt. (28. November 2013)
Seit Anfang November wird Bouca von einer neuen Welle der Gewalt erschüttert. Mehrere hundert Wohnungen liegen in Schutt und Asche. Wer nicht – wie dieses Kind – in die Missionsstation geflohen ist, hält sich im Busch rund um die Stadt versteckt. (28. November 2013)
Keystone
In der Zentralafrikanischen Republik herrscht Chaos, Gewalt ist an der Tagesordnung. Wie zum Beispiel bei kürzlichen Ausschreitungen in der Hauptstadt Bangui, die sich gegen Präsident Michel Djotodia richteten. Djotodia hatte sich im vergangenen März an die Macht geputscht.
In der Zentralafrikanischen Republik herrscht Chaos, Gewalt ist an der Tagesordnung. Wie zum Beispiel bei kürzlichen Ausschreitungen in der Hauptstadt Bangui, die sich gegen Präsident Michel Djotodia richteten. Djotodia hatte sich im vergangenen März an die Macht geputscht.
AFP
Als Anführer der muslimischen Séléka-Rebellen vertrieb Djotodia den christlichen Präsidenten François Bozizé aus dem Amt des Staatschefs. Seither besteht die Gefahr eines religiös motivierten Krieges mit Folgen auch für Nachbarländer.
Als Anführer der muslimischen Séléka-Rebellen vertrieb Djotodia den christlichen Präsidenten François Bozizé aus dem Amt des Staatschefs. Seither besteht die Gefahr eines religiös motivierten Krieges mit Folgen auch für Nachbarländer.
Keystone
Nach der Machtübernahme löst Djotodia zwar Séléka auf. Rebellengruppen verüben aber weiter Gewalttaten, und sie kontrollieren weite Teile des Landes. Die Mehrheit der Christen hat inzwischen «Selbstverteidigungsgruppen» gegründet, die wiederum Muslime attackieren.
Nach der Machtübernahme löst Djotodia zwar Séléka auf. Rebellengruppen verüben aber weiter Gewalttaten, und sie kontrollieren weite Teile des Landes. Die Mehrheit der Christen hat inzwischen «Selbstverteidigungsgruppen» gegründet, die wiederum Muslime attackieren.
AFP
Nur 15 Prozent der fünf Millionen Menschen, die in dem zentralafrikanischen Land leben, sind Muslime. Über 50 Prozent sind Christen, die restlichen Einwohner sind Anhänger afrikanischer Religionen. Bild: Feier von Christen in Bangui.
Nur 15 Prozent der fünf Millionen Menschen, die in dem zentralafrikanischen Land leben, sind Muslime. Über 50 Prozent sind Christen, die restlichen Einwohner sind Anhänger afrikanischer Religionen. Bild: Feier von Christen in Bangui.
Keystone
Angesichts der instabilen Lage in der Zentralafrikanischen Republik entsendet Frankreich etwa tausend Soldaten in das krisengeplagte Land. Die Franzosen sollen für die Dauer von etwa einem halben Jahr bleiben, um die Lage nach dem Putsch im vergangenen Frühling zu beruhigen. Rund 400 Franzosen sind bereits im Land, wo sie unter anderem den Flughafen von Bangui sichern (Bild).
Angesichts der instabilen Lage in der Zentralafrikanischen Republik entsendet Frankreich etwa tausend Soldaten in das krisengeplagte Land. Die Franzosen sollen für die Dauer von etwa einem halben Jahr bleiben, um die Lage nach dem Putsch im vergangenen Frühling zu beruhigen. Rund 400 Franzosen sind bereits im Land, wo sie unter anderem den Flughafen von Bangui sichern (Bild).
AFP
Die französischen Soldaten sollen die Mission der Afrikanischen Union unterstützen. Die Misca ist derzeit mit rund 2500 Soldaten in dem zentralafrikanischen Land im Einsatz. Mittelfristig soll deren Zahl auf 3600 steigen. Zudem will die UNO 6000 bis 9000 Blauhelme in das Land entsenden.
Die französischen Soldaten sollen die Mission der Afrikanischen Union unterstützen. Die Misca ist derzeit mit rund 2500 Soldaten in dem zentralafrikanischen Land im Einsatz. Mittelfristig soll deren Zahl auf 3600 steigen. Zudem will die UNO 6000 bis 9000 Blauhelme in das Land entsenden.
Keystone
Nach der Ermordung eines Staatsanwalts demonstrieren Tausende in Sica bei Bangui gegen die Gewaltexzesse. Und sie befürchten das Schlimmste: «Nein zum programmierten Genozid», heisst es auf einem der Transparente.
Nach der Ermordung eines Staatsanwalts demonstrieren Tausende in Sica bei Bangui gegen die Gewaltexzesse. Und sie befürchten das Schlimmste: «Nein zum programmierten Genozid», heisst es auf einem der Transparente.
AFP
1 / 17

Es sind die beiden ersten Toten der Militärmission Frankreichs. Präsident Hollande, der den Einsatz vergangene Woche angeordnet hatte, will nach der Trauerfeier für Nelson Mandela direkt zum Einsatzort reisen. Die USA sagten derweil logistische Unterstützung zu.

Drei Tage nach Beginn des Einsatzes in der Zentralafrikanischen Republik beklagt Frankreich die ersten Opfer: Bei einem Gefecht in der Hauptstadt Bangui kamen am Montagabend zwei französische Soldaten ums Leben, wie die französische Regierung mitteilte. Nähere Details wurden nicht genannt.

1600 Soldaten im Land

Frankreich hatte seinen Einsatz in der von religiös motivierten Unruhen geplagten Zentralafrikanischen Republik am vergangenen Freitag gestartet. Präsident François Hollande kündigte an, er wolle nach der Trauerfeier für Nelson Mandela in Johannesburg zum Einsatzort reisen.

Frankreich entsendet aus Furcht vor einem Völkermord 1600 Soldaten in das Land, von denen mittlerweile mehr als tausend eingetroffen sind. Sie unterstützen die Soldaten der Afrikanischen Union. Die französischen Soldaten sollen so lange wie nötig bleiben, um der Gewalt zwischen marodierenden muslimischen Rebellen und christlichen Milizen ein Ende zu setzen und das afrikanische Land wieder zu stabilisieren.

USA schicken keine Soldaten

Die muslimische Rebellenbewegung Séléka hatte im März den christlichen Präsidenten François Bozizé gestürzt und stattdessen Michel Djotodia als Staatschef eingesetzt. In den folgenden Monaten entglitt dem einstigen Rebellenchef jedoch die Kontrolle. Inzwischen hat Djotodia die Séléka offiziell aufgelöst, doch die Rebellen marodieren weiter. Christen gründeten zur Selbstverteidigung Milizverbände. Allein in zwei Tagen wurden vergangene Woche mehr als 400 Menschen getötet.

Angesichts der prekären Lage rief US-Präsident Barack Obama die Menschen in der Zentralafrikanischen Republik zur Besonnenheit auf. Sie hätten die Kraft, «einen anderen Weg» zu wählen, sagte Obama in einer im Senegal aufgenommenen Audiobotschaft vom Montag. Dort hatte er auf dem Weg zur Trauerfeier für Mandela einen Zwischenstopp eingelegt, um die Präsidentenmaschine Air Force One betanken zu lassen.

Kurz zuvor hatte Pentagon-Chef Chuck Hagel die US-Truppen in Afrika angewiesen, den internationalen Militäreinsatz in der Zentralafrikanischen Republik zu unterstützen. In den kommenden zwei Tagen sollen Transportflüge Soldaten aus Burundi in das Land bringen. Die USA wollen jedoch keine eigenen Soldaten schicken, die sich an den Kämpfen beteiligen. Pentagon-Sprecher Carl Woog sagte, Frankreich habe die USA darum gebeten, rasch zu helfen, da sich die Gewalt in Zentralafrika ausbreite.

(AFP/AP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch