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Wo Ben Ali sich versteckt hält

Der tunesische Präsident ist vor den Unruhen in seinem Land nach Saudiarabien geflüchtet. Französische Journalisten haben herausgefunden, wo er sich genau aufhält.

Prinzenpalast: Die Villa von Sultan bin Abdul Aziz al-Saud.
Prinzenpalast: Die Villa von Sultan bin Abdul Aziz al-Saud.
AFP

Der tunesische Präsident Zine al-Abidine Ben Ali hält sich im Palast des saudischen Prinzen Sultan bin Abdul Aziz al-Saud in Jidda versteckt. Das schreiben verschiedene französische Zeitungen, unter anderem «Le Figaro» und «L'Express». Ben Ali sei bereits um 3 Uhr Schweizer Zeit in der Nacht auf Samstag in Jidda angekommen.

Bereits am Montag hatten verschiedene französische Zeitungen berichtet, Ben Ali und verschiedene Familienmitglieder seien vermutlich nach Saudiarabien geflohen. Ben Ali hatte Tunesien nach 23 Jahren an der Macht verlassen. Als Übergangspräsident wirkt seither der langjährige Regierungschef Mohammed Ghannouchi.

An Bord des Präsidentenjets von Tunesien nach Jidda waren laut «Figaro» insgesamt sieben Mitglieder der Familie von Ben Ali. Sie alle wohnen demnach nun in dem alten Palast, der sonst für Staatsbesuche genutzt wird. Die zu grossen Teilen aus weissem Marmor gebaute Villa ist von einer hohen Mauer und einem Palmengarten umgeben. Sie wird von einer Leibgarde bewacht.

Gastfreundschaft aus «Nächstenliebe»

Im Gegenzug für die Gastfreundschaft habe Ben Ali der saudischen Königsfamilie versprechen müssen, sich diskret zu verhalten. «Saudiarabien erlaubt ihm nicht, sich politisch zu äussern, aufzutreten oder Kontakt nach Tunesien zu unterhalten», zitiert die Zeitung den saudischen Berater Jamal Khashoqgi.

Jidda war in der Vergangenheit mehrmals Zufluchtsort für gestürzte Staatschefs. So haben sich auch schon der frühere pakistanische Premier Nawaz Sharif und der ugandische Diktator Idi Amin Dada dort versteckt gehalten. Die saudische Königsfamilie begründete ihre Gastfreundschaft mit der «islamischen Pflicht zur Nächstenliebe».

In Saudiarabien selber stösst der Aufenthalt Ben Alis auch auf Widerstand, wie Korrespondenten verschiedener Medien in den letzten Tagen berichtet hatten. Die Einwohner fürchten um das Ansehen des Landes. Verschiedene Medien spekulieren deshalb, dass Ben Ali stattdessen bald zu Muammar al-Ghadhafi nach Libyen reisen wird.

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