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«Wir werden so lange protestieren, bis die Verfassung respektiert wird»

Nach dem gescheiterten Putsch in Burundi droht neue Eskalation – erst als Soldaten mit Waffen drohten, zogen sich die Demonstranten zurück. Dennoch geben sich die Aktivisten kämpferisch.

Demonstranten bauen eine Strassenbarrikade wieder auf. (16.05.2015)
Demonstranten bauen eine Strassenbarrikade wieder auf. (16.05.2015)
Jerome Delay, Keystone

Nach dem gescheiterten Putschversuch in Burundi hat das Militär neue Proteste gegen Präsident Pierre Nkurunziza unterdrückt. Mehrere Dutzend Menschen gingen in der Hauptstadt Bujumbura auf die Strasse, um gegen Nkurunzizas Pläne einer dritten Amtszeit zu demonstrieren.

Sie zogen sich zurück, nachdem Soldaten mit Schusswaffen drohten. Sie kündigten neue Proteste für Montag an. «Wir werden so lange protestieren, bis die Verfassung respektiert wird», sagte ein Aktivist.

Ansonsten herrschte in grossen Teilen Bujumburas am Samstag gespenstische Ruhe. Nach Augenzeugenberichten hatten nur wenige Geschäfte und Banken im Zentrum geöffnet. Auf den Strassen patrouillierten Soldaten.

Staatspräsident Pierre Nkurunziza war am Freitag nach Burundi zurückgekehrt, nachdem sich die Putschisten am Morgen ergeben hatten. Nach Regierungsangaben wurden mehrere Dutzend Menschen festgenommen.

Putsch während dem Krisengipfel

Der frühere Geheimdienstchef Godefroid Niyombare hatte am Mittwoch die Reise des Staatschefs zu einem Krisengipfel in Tansania genutzt, um an der Spitze einer Gruppe von Militärs nach der Macht zu greifen. Danach gab es Kämpfe zwischen Regierungstreuen und Putschisten.

Unklar war am Samstag, ob Nkurunziza trotz internationaler Aufrufe am Termin für die Präsidentenwahl am 26. Juni festhalten wird. Gegen sein Vorhaben, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, hatte es heftige Proteste gegeben.

Nach Schätzungen der UNO sind seit Mitte April mehr als 105'000 Menschen aus Burundi in die Nachbarländer geflohen. Der Generalmajor Niyombare war als Geheimdienstchef abgesetzt worden, weil er das Vorhaben des Präsidenten kritisiert hatte.

UNO ruft zu Dialog auf

Der UNO-Sicherheitsrat in New York erklärte nach dem Scheitern des Putschversuchs, nur Dialog und Versöhnung könnten die Krise friedlich, transparent und dauerhaft beenden. «Die Mitglieder des Sicherheitsrates rufen alle Seiten auf, Zurückhaltung zu üben, nicht zur Gewalt oder zur Vergeltung zu greifen, Streitigkeiten friedlich beizulegen und Burundis Frieden und Stabilität über alles zu setzen.»

(SDA)

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