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Wie die CIA die syrischen Rebellen versorgt

Gewehre und Raketenwerfer aus kroatischen Beständen tauchten kürzlich in den Händen syrischer Rebellen auf. Nun ist klar: Die CIA und mehrere Staaten liefern die Waffen über ein ausgeklügeltes System nach Syrien.

Werden nach wie vor mit kleineren Waffen versorgt: Syrischer Rebell mit Raketenwerfer. (3. März 2013)
Werden nach wie vor mit kleineren Waffen versorgt: Syrischer Rebell mit Raketenwerfer. (3. März 2013)
Reuters
Herkunft unbekannt: Ein Rebell feuert in Aleppo ein Sturmgewehr ab. (23. Februar 2013)
Herkunft unbekannt: Ein Rebell feuert in Aleppo ein Sturmgewehr ab. (23. Februar 2013)
Reuters
Improvisation: Rebellen haben diesen Minenwerfer an einen Kleinwagen gehängt.
Improvisation: Rebellen haben diesen Minenwerfer an einen Kleinwagen gehängt.
Reuters
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Raketenwerfer, Maschinengewehre und Minenwerfer: Tausende Waffen aus alten kroatischen Beständen tauchten Anfang Januar in Youtube-Clips syrischer Rebellen auf. Das Kriegsmaterial war vermutlich von Saudiarabien gekauft und über Jordanien nach Syrien eingeschleust worden (Redaktion Tamedia berichtete). Für den kroatischen Militäranalysten Igor Tabak war klar: Eine Lieferung dieser Grösse wurde von einem Geheimdienst organisiert.

Tabak lag mit seiner Analyse richtig. Laut Recherchen der «New York Times» ist der amerikanische Geheimdienst CIA massgeblich an der Organisation der Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen beteiligt. Über 160 Versorgungsflüge soll die CIA organisiert haben. An der Aktion beteiligt sind Saudiarabien, Katar, Jordanien und die Türkei.

Von Petraeus ausgedacht

Und so ist die Operation aufgebaut: Die CIA berät die beteiligten Länder beim Kauf der Waffen. Gleichzeitig überprüft der Geheimdienst in Syrien die Rebellengruppen und deren Anführer; die Waffen sollen nicht in die Hände islamistischer Rebellen fallen. Saudische, jordanische und katarische Transportflugzeuge bringen das Kriegsmaterial zum türkischen Flughafen Esenboga. Von dort aus werden die Waffen dann mit Lastwagen an die türkisch-syrische Grenze gefahren. In kleinen Lieferungen gelangt das Material schliesslich nach Syrien und zu den Rebellen.

Aufgebaut wurde die Operation unter anderem vom ehemaligen CIA-Direktor David Petraeus, berichtet die «New York Times». Petraeus soll die beteiligten Staaten von der Operation überzeugt haben. Ebenfalls entwickelte er den Plan des Transportnetzwerkes.

Türkei wird in Syrien-Konflikt hineingezogen

Als Hauptinformationsquelle nennt die amerikanische Zeitung mehrere amerikanische Behördenvertreter, die jedoch anonym bleiben wollten. Beobachtungen von Flugzeugspottern, Daten aus dem türkischen Flugverkehr und Untersuchungen von Spezialisten für Waffenschmuggel sprechen jedoch für die Existenz des Versorgungsnetzwerkes. Laut Hugh Griffiths vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut (Sipri) deutet die Häufigkeit der Flüge in die Türkei klar auf eine klandestine Militäroperation hin. Gegenüber der «New York Times» erläutert Griffiths: «Vorsichtig geschätzt kommen wir mit der Grösse der Transportmaschinen und der Anzahl Landungen auf mindestens 3500 Tonnen Material, welches verschoben wurde.»

Weder die CIA noch eines der beteiligten Länder wollten sich gegenüber der Zeitung zu den Waffenlieferungen äussern. Lediglich der türkische Oppositionspolitiker Atilla Kart bestätigt gegenüber der «New York Times», von saudischen Lieferungen in die Türkei gehört zu haben. Kart verlangt von der Regierung in Ankara denn auch, dass sie sich zur Beteiligung an der Operation äussert. Er weist vor allem auf die Gefahr hin, dass die Türkei in den Syrien-Krieg hineingezogen werde: «Flugzeuge von Staaten, die sehr nahe am Syrien-Konflikt stehen, benutzten den türkischen Luftraum. Das macht die Türkei praktisch zu einem Teil dieses Krieges.»

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