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Weg frei für Luftangriffe gegen IS-Kämpfer

US-Präsident Barack Obama schaut der dramatischen Lage im Irak nicht mehr länger zu. In einer Rede kündigt er an, die USA würden handeln.

mw/chk
Die Regierung könnte nun bald den Marschbefehl erteilen: Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien bei Suruc beobachten Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und Kämpfern des IS westlich von Kobane (Ain al-Arab). (2. Oktober 2014)
Die Regierung könnte nun bald den Marschbefehl erteilen: Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien bei Suruc beobachten Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und Kämpfern des IS westlich von Kobane (Ain al-Arab). (2. Oktober 2014)
Bulent Kilic, AFP
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirbt vor dem Parlament für den Einsatz von Truppen in den Nachbarländern. (1. Oktober 2014)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirbt vor dem Parlament für den Einsatz von Truppen in den Nachbarländern. (1. Oktober 2014)
Kayhan Ozer, Keystone
Immer mehr Kurden aus der Region um Kobane fliehen vor den heranrückenden Kämpfern des IS: Flüchtlinge beim Grenzübergang Yumurtalik bei Suruc. (1. Oktober 2014)
Immer mehr Kurden aus der Region um Kobane fliehen vor den heranrückenden Kämpfern des IS: Flüchtlinge beim Grenzübergang Yumurtalik bei Suruc. (1. Oktober 2014)
Burhan Ozbilici, Keystone
Von IS-Kämpfern in Beschlag genommen: Kampfflugzeug der syrischen Armee. (Screenshot: CNN)
Von IS-Kämpfern in Beschlag genommen: Kampfflugzeug der syrischen Armee. (Screenshot: CNN)
Ob die Terroristen überhaupt befähigt sind, die Maschinen zu fliegen, ist ungewiss. (Screenshot: CNN)
Ob die Terroristen überhaupt befähigt sind, die Maschinen zu fliegen, ist ungewiss. (Screenshot: CNN)
Auch Panzer und Artillerie konnten die Kämpfer offenbar in Beschlag nehmen.  (Screenshot: CNN)
Auch Panzer und Artillerie konnten die Kämpfer offenbar in Beschlag nehmen. (Screenshot: CNN)
Schweres Geschütz beinhaltet auch dieses Waffenlager, das sich auf der gestürmten Armeebasis befindet. (Screenshot: CNN)
Schweres Geschütz beinhaltet auch dieses Waffenlager, das sich auf der gestürmten Armeebasis befindet. (Screenshot: CNN)
Erfolge im Irak: Ein kurdischer Kämpfer während eines Gefechts bei Buyuk Yeniga. (4. September 2014)
Erfolge im Irak: Ein kurdischer Kämpfer während eines Gefechts bei Buyuk Yeniga. (4. September 2014)
Reuters
Sollen die zentrale Rolle im Kampf gegen den IS spielen: Schiitische Milizen im Ort al-Bohassan. (3. September 2014)
Sollen die zentrale Rolle im Kampf gegen den IS spielen: Schiitische Milizen im Ort al-Bohassan. (3. September 2014)
Reuters
«Massenhinrichtungen und -verschleppungen»: An einer Beerdigung südlich von Bagdad tragen Trauernde den Sarg eines Schiiten, der im Kampf gegen die IS-Milizen gefallen ist. (1. September 2014)
«Massenhinrichtungen und -verschleppungen»: An einer Beerdigung südlich von Bagdad tragen Trauernde den Sarg eines Schiiten, der im Kampf gegen die IS-Milizen gefallen ist. (1. September 2014)
Reuters
Feiern die Befreiung der belagerten Stadt Amerli: Schiitische Milizen feuern ihre Waffen in die Luft. (1. September 2014)
Feiern die Befreiung der belagerten Stadt Amerli: Schiitische Milizen feuern ihre Waffen in die Luft. (1. September 2014)
Youssef Boudlal, Reuters
Herrschaft im Nordosten Syriens gefestigt: Jubelnde IS-Kämpfer in Raqqa, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Herrschaft im Nordosten Syriens gefestigt: Jubelnde IS-Kämpfer in Raqqa, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Keystone
Umkämpfte Schlüsselstelle: Der Mosul-Staudamm.
Umkämpfte Schlüsselstelle: Der Mosul-Staudamm.
AFP
Die Kämpfe dauern an: Rauch steigt nach Luftschlägen nahe dem Mosul-Staudamm auf. (18. August 2014)
Die Kämpfe dauern an: Rauch steigt nach Luftschlägen nahe dem Mosul-Staudamm auf. (18. August 2014)
AP Photo/Khalid Mohammed, Keystone
Umkämpftes Gebiet: Ein kurdischer Peshmerga-Soldat hat in der Nähe des Mosul-Staudamms Stellung bezogen. (17. August 2014)
Umkämpftes Gebiet: Ein kurdischer Peshmerga-Soldat hat in der Nähe des Mosul-Staudamms Stellung bezogen. (17. August 2014)
Keystone
Strategisch wichtig und potenziell gefährlich für weiter flussabwärts gelegene Orte: Der Mosul-Staudamm. (Archivbild 2007, AP Photo / Khalid Mohammed)
Strategisch wichtig und potenziell gefährlich für weiter flussabwärts gelegene Orte: Der Mosul-Staudamm. (Archivbild 2007, AP Photo / Khalid Mohammed)
Zelt an Zelt reiht sich aneinander: Ein Flüchtlingscamp für Jesiden südwestlich der irakischen Stadt Dohuk. (15. August 2014)
Zelt an Zelt reiht sich aneinander: Ein Flüchtlingscamp für Jesiden südwestlich der irakischen Stadt Dohuk. (15. August 2014)
Youssef Boudlal, Reuters
Warten auf Essen und Trinken: Irakische Jesidinnen im Flüchtlingscamp stehen mit ihren Essensmarken an. (15. August 2014)
Warten auf Essen und Trinken: Irakische Jesidinnen im Flüchtlingscamp stehen mit ihren Essensmarken an. (15. August 2014)
Ahmad Al-Rubaye, AFP
Von hier aus fliegen die USA ihre Angriffe gegen die IS-Extremisten: Flugzeugträger USS George H. W. Bush. (Archivbild)
Von hier aus fliegen die USA ihre Angriffe gegen die IS-Extremisten: Flugzeugträger USS George H. W. Bush. (Archivbild)
Reuters
Flucht durch die Wüste: Jesiden werden von kurdischen Helfern in den Nordirak gebracht. (14. August 2014)
Flucht durch die Wüste: Jesiden werden von kurdischen Helfern in den Nordirak gebracht. (14. August 2014)
AFP
Die zusätzlichen Helfer aus den USA sollen am Boden die Rettung der Vertriebenen unterstützen: Verteilung von Nahrungsmitteln. (12. August 2014)
Die zusätzlichen Helfer aus den USA sollen am Boden die Rettung der Vertriebenen unterstützen: Verteilung von Nahrungsmitteln. (12. August 2014)
Keystone
Temperaturen von bis zu 45 Grad machen den Flüchtlingen zu schaffen: Ein Jeside hilft einer älteren Frau. (11. August 2014)
Temperaturen von bis zu 45 Grad machen den Flüchtlingen zu schaffen: Ein Jeside hilft einer älteren Frau. (11. August 2014)
Rodi Said, Reuters
Hunderte von Frauen und Kindern sollen die Islamisten entführt haben: Eine Jesidin nähert sich mit ihren Kindern der syrischen Grenze. (11. August 2014)
Hunderte von Frauen und Kindern sollen die Islamisten entführt haben: Eine Jesidin nähert sich mit ihren Kindern der syrischen Grenze. (11. August 2014)
Rodi Said, Reuters
Screenshot aus «Die Verbreitung des Kalifats», Teil 1 der Dokumentation «The Islamic State»: IS-Kämpfer im Irak (Youtube / Vice News)
Screenshot aus «Die Verbreitung des Kalifats», Teil 1 der Dokumentation «The Islamic State»: IS-Kämpfer im Irak (Youtube / Vice News)
Kehren nach der Flucht nach Syrien in die autonomen Kurdengebiete zurück: Jesidische Flüchtlinge beim Grenzübergang Fishkhabour. (10. August 2014)
Kehren nach der Flucht nach Syrien in die autonomen Kurdengebiete zurück: Jesidische Flüchtlinge beim Grenzübergang Fishkhabour. (10. August 2014)
Ari Jalal, Reuters
Auch Grossbritannien lässt Hilfsgüter abwerfen: Eine C-130 der britischen Luftwaffe wird in Südengland beladen. (8. August 2014)
Auch Grossbritannien lässt Hilfsgüter abwerfen: Eine C-130 der britischen Luftwaffe wird in Südengland beladen. (8. August 2014)
RAF/Neil Bryden
Wird für Lebensmittelabwürfe im Sinjar-Gebirge geladen: Eine Hercules C-130 der Royal Air Force auf dem Luftwaffenstützpunkt Brize Norton. (8. August 2014)
Wird für Lebensmittelabwürfe im Sinjar-Gebirge geladen: Eine Hercules C-130 der Royal Air Force auf dem Luftwaffenstützpunkt Brize Norton. (8. August 2014)
Keystone
Rückkehr aus dem Irak: Eine F/A-18 Super Hornet der US-Marine bei der Landung auf dem Flugzeugträger USS George H. W. Bush. (10. August 2014)
Rückkehr aus dem Irak: Eine F/A-18 Super Hornet der US-Marine bei der Landung auf dem Flugzeugträger USS George H. W. Bush. (10. August 2014)
US Navy
Fliehen, egal wie: Jesiden im Kofferraum eines Autos. (10. August 2014)
Fliehen, egal wie: Jesiden im Kofferraum eines Autos. (10. August 2014)
Reuters
Gewinnen mit Unterstützung der USA an Boden zurück: Kurdische Peshmerga-Truppen in der Nähe der Provinz Dahuk. (9. August 2014)
Gewinnen mit Unterstützung der USA an Boden zurück: Kurdische Peshmerga-Truppen in der Nähe der Provinz Dahuk. (9. August 2014)
Ari Jalal, Reuters
Massaker befürchtet: Ein schiitischer Kämpfer nahe der Stadt Amerli. (4. August 2014)
Massaker befürchtet: Ein schiitischer Kämpfer nahe der Stadt Amerli. (4. August 2014)
AFP
Überblick über das Einflussgebiet des IS.
Überblick über das Einflussgebiet des IS.
Tages-Anzeiger
Erobern Stadt um Stadt: IS-Kämpfer vor dem Hauptquartier der Kurdischen Partei im christlichen Dorf Bartella. (7. August 2014)
Erobern Stadt um Stadt: IS-Kämpfer vor dem Hauptquartier der Kurdischen Partei im christlichen Dorf Bartella. (7. August 2014)
Reuters
Die Flagge des IS weht über Mosul. (24. Juni 2014)
Die Flagge des IS weht über Mosul. (24. Juni 2014)
Reuters
IS rief in einer Audiobotschaft das «Kalifat» aus: Soldaten suchen während Kämpfen mit Jihadisten in Jurf al-Sakhar, Schutz. (30. Juni 2014)
IS rief in einer Audiobotschaft das «Kalifat» aus: Soldaten suchen während Kämpfen mit Jihadisten in Jurf al-Sakhar, Schutz. (30. Juni 2014)
Alaa Al-Marjani, Reuters
Die Folgen des blutigen Konflikts: Trauernde tragen den Sarg eines bei den Auseinandersetzungen gestorbenen irakischen Soldaten. (22. Juni 2014)
Die Folgen des blutigen Konflikts: Trauernde tragen den Sarg eines bei den Auseinandersetzungen gestorbenen irakischen Soldaten. (22. Juni 2014)
Alaa Al-Marjani, Reuters
Wollen sich für ihr Land einsetzen: Freiwillige schiitische Kämpfer trainieren in der irakischen Stadt Najaf. (22. Juni 2014)
Wollen sich für ihr Land einsetzen: Freiwillige schiitische Kämpfer trainieren in der irakischen Stadt Najaf. (22. Juni 2014)
Alaa Al-Marjani, Reuters
Sein Land droht zu zerfallen: Ein Iraker schwenkt die Landesfahne. (18. Juni 2014)
Sein Land droht zu zerfallen: Ein Iraker schwenkt die Landesfahne. (18. Juni 2014)
HAIDAR HAMDANI, AFP
Vor den Gefechten in Tall Afar geflohen: Flüchtlinge in einem Camp nahe Arbil. (16. Juni 2014)
Vor den Gefechten in Tall Afar geflohen: Flüchtlinge in einem Camp nahe Arbil. (16. Juni 2014)
EPA
Freuen sich über ihre Beute: IS-Kämpfer auf erbeuteten Fahrzeugen der irakischen Armee. (12. Juni 2014)
Freuen sich über ihre Beute: IS-Kämpfer auf erbeuteten Fahrzeugen der irakischen Armee. (12. Juni 2014)
Reuters
Markieren nach der Eroberung Präsenz: Kämpfer von IS an einem Checkpoint in Mosul. (12. Juni 2014)
Markieren nach der Eroberung Präsenz: Kämpfer von IS an einem Checkpoint in Mosul. (12. Juni 2014)
Reuters
An die Front: Irakische Freiwillige, die sich für den Kampf gegen die Extremisten gemeldet haben, auf einem Lastwagen der Armee. (12. Juni 2014)
An die Front: Irakische Freiwillige, die sich für den Kampf gegen die Extremisten gemeldet haben, auf einem Lastwagen der Armee. (12. Juni 2014)
Ahmed Saad, Reuters
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US-Präsident Barack Obama hat grünes Licht für Luftangriffe im Norden des Iraks gegeben. Das US-Militär soll «gezielt» von der Luft aus intervenieren, um die Kämpfer der IS am Vorrücken auf Erbil zu hindern sowie ein Massaker an den Jesiden zu verhindern.

Obama rückte bei seiner Erklärung am Donnerstagabend im Weissen Haus in Washington den Schutz von US-Militärs in Erbil und anderswo im Irak in den Vordergrund. Zu deren Schutz soll die US-Armee etwa Konvois der Extremistengruppe Islamischer Staat bombardieren, damit die Terrorgruppe nicht weiter auf die Hauptstadt des autonomen Kurdengebiets vorrücken kann.

Allerdings gehe es auch darum, einen Völkermord an den im Sindschar-Gebirge eingeschlossenen Jesiden zu verhindern, sagte er. Dazu hätten die Extremisten aufgerufen, indem sie die religiöse Minderheit vor die Wahl stellte, zum Islam zu konvertieren oder zu sterben. Angesichts solcher Drohungen könne sich die USA nicht blind stellen.

Richtet scharfe Worte Richtung Islamisten im Irak: Barak Obama bei seiner Rede in der Nacht. (Video: Reuters)

Hilfsgüter abgeworfen

US-Flugzeuge hätten bereits am Donnerstag erste Hilfsgüter in der Region auf Wunsch der irakischen Regierung abgeworfen, sagte Obama weiter. Im Sindschar-Gebirge sind nach UNO-Angaben rund 200'000 Menschen ohne Lebensmittel und Wasser eingeschlossen, die vor den IS-Extremisten geflüchtet sind.

Die USA stünden bereit, den Bedrohten zu Hilfe zu kommen, sagte Obama weiter. Unklar ist, ob und wenn ja in welchem Masse auch Luftangriffe zur Befreiung der Jesiden geflogen werden sollen. Einzelheiten nannte Obama zunächst nicht. Er gab auch nicht an, ob es bereits zu Lufteinsätzen gekommen ist.

Sobald dies passiert, wird es die erste militärische Intervention der USA seit dem Rückzug der US-Truppen aus dem Irak 2011 sein. Obama schloss allerdings den Einsatz von Bodentruppen aus. Er werde es nicht zulassen, dass die USA in einen weiteren Krieg im Irak hineingezogen würden, sagte Obama dazu.

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham befürwortete auf Twitter Obamas Massnahme:

Er schränkte jedoch gleichzeitig ein, die Aktionen würden den Kriegsverlauf nicht verändern:

UNO-Sicherheitsrat verurteilt Terror

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Angriffe der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak scharf verurteilt. Das mächtigste UNO-Gremium hielt am Donnerstag wegen der Situation im Irak eine Sondersitzung ab. «Wir müssen prüfen, ob die Attacken Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind. Dann müssen die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden», sagte der derzeitige Ratspräsident, Grossbritanniens UNO-Botschafter Mark Lyall Grant.

«Wir sind empört, dass Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen wurden», hiess es weiter. Über die förmliche Verurteilung ging das Papier aber nicht hinaus.

Die USA haben gemäss Berichten von ABC News und CNN mit einem Hilfseinsatz im Irak begonnen. Die US-Streitkräfte werfen demnach Hilfsgüter für rund 40'000 Christen und Jesiden ab, welche auf einem Berg festsitzen und von Kämpfern der Extremisten-Gruppierung Islamischer Staat (IS) belagert werden.

Einem Vertreter der kurdischen Peschmerga-Kämpfer zufolge haben US-Kampfjets Stellungen von Jihadisten im Norden des Irak angegriffen. F16-Jets seien am Donnerstag bei einem Aufklärungsflug in den irakischen Luftraum eingedrungen und hätten zwei Stellungen der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Gwer und in der Region von Sindschar ins Visier genommen, sagte der Kurdenvertreter Holgar Hekmat der Nachrichtenagentur AFP. Das US-Verteidigungsministerium in Washington bestätigte die Informationen nicht. Ein Pentagon-Sprecher dementierte Medienberichte über Bombardierungen auf Twitter.

Wie die «New York Times» zuvor berichtete, hatte sich US-Präsident Barack Obama am Morgen mit seinem Sicherheitsrat über einen Einsatz zugunsten von religiösen Minderheiten beraten. Rund 40'000 Christen und Jesiden sitzen auf der Flucht von den Extremisten des Islamischen Staates (IS) fest. Die Menschen haben Zuflucht auf einem Berg gesucht, können diesen nun aber nicht verlassen und sind ohne Wasservorräte der Hitze ausgesetzt.

«Dies könnte sich zu einer humanitären Katastrophen entwickeln», zitiert die «New York Times» einen nicht namentlich genannten Regierungsvertreter. Eine Entscheidung des US-Präsidenten werde «unverzüglich» erwartet. Gemäss dem Zeitungsbericht erwägen die USA den Abwurf von Nahrung, Trinkwasser und Medikamenten, aber auch Luftschläge gegen die Kämpfer des IS, die den Berg belagern.

Rettung innert 24 Stunden nötig

Von den Tausenden der religiösen Minderheit der Jesiden, die auf einen Berg in der Nähe der Stadt Sindschar geflohen waren, seien einige gerettet worden, sagte ein UNO-Sprecher in Genf. Rund 50'000 Mitglieder der Glaubensgemeinschaft hielten sich dort versteckt, so der Vertreter der kurdischen Peschmerga-Kämpfer, Jabbar Jawar.

Ihnen droht der Tod durch Verdursten oder Verhungern, sollten sie nicht binnen 24 Stunden gerettet werden. Die sunnitischen Fanatiker des IS halten Jesiden für Teufelsanbeter, weswegen sie in Lebensgefahr schweben, sollten sie in die Hände der Rebellen fallen.

Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats

Der UNO-Sicherheitsrat hält eine Dringlichkeitssitzung zum Vormarsch der Islamisten im Irak ab. Das Treffen werde um 23.30 Uhr (Schweizer Zeit) stattfinden, teilten Diplomaten in New York mit. Die Sitzung wurde auf Antrag Frankreichs anberaumt.

Die internationale Gemeinschaft müsse handeln, um «der terroristischen Bedrohung im Irak entgegenzutreten und Hilfe und Schutz für die bedrohte Bevölkerung zu leisten», hatte Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius in Paris erklärt.

Mosul-Staudamm definitiv eingenommen

Der Vormarsch der Extremisten geht zudem auch andernorts weiter. Inzwischen ist bestätigt, dass IS-Kämpfer den Staudamm von Mosul eingenommen haben. Mit dem Staudamm kontrollieren die sunnitischen Milizen von nun an grosse Mengen Trinkwasser. Der unterhaltsbedürftige Staudamm gilt zudem als äusserst gefährlich. Seine Wassermassen könnten gar das dreihundertfünfzig Kilometer entfernte Bagdad unter Wasser setzen.

Der zweitgrösste Staudamm des Iraks, die Haditha-Talsperre inder westlichen Region Anbar am Euphrat, wird ebenfalls von den Kämpfern belagert. Noch ist der Damm aber in der Hand des irakischen Militärs.

Die Terrorgruppe meldete ihrerseits ebenfalls die Einnahme des Mosul-Staudamms. In einer Erklärung betonte sie am Donnerstag zugleich, ihren «Marsch in alle Richtungen» fortsetzen zu wollen. Neben dem Staudamm nahm die Gruppe nach eigenen Angaben allein in den vergangenen fünf Tagen 16 weitere Städte und Ziele ein.

Die Terrormiliz hat mittlerweile grosse Teile im Norden und Westen des Iraks in ihre Gewalt gebracht, darunter mit Mosul die zweitgrösste Stadt des Landes. Die Gruppe rückt durch die Besetzung der christlichen Dörfer immer näher in Richtung der halbautonomen kurdischen Region im Nordirak und ihr Zentrum Irbil vor. Die Angriffe der Gruppe seit Juni haben den Irak in seine schlimmste Krise seit dem Abzug der US-Truppen im Jahr 2011 gestürzt.

Auch die Hauptstadt Bagdad wird immer wieder von Selbstmordanschlägen der Terrorgruppe erschüttert. Ein Attentäter zündete am Donnerstag an einem Kontrollpunkt der Polizei ein mit Sprengsätzen beladenes Fahrzeug und tötete damit nach Angaben eines Behördensprechers mindestens 15 Menschen, darunter neun Zivilisten. Weitere 26 Menschen wurden bei dem Anschlag in dem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Kasimija verletzt.

Erst am Mittwochabend waren bei einer Anschlagsserie in schiitischen Vierteln Bagdads Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die offizielle Opferzahl dieser Anschläge wurde am Donnerstag von 51 auf 61 korrigiert, nachdem zehn Verletzte gestorben waren.

(AFP/sda/AP)

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