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US-Journalist im Iran zu Haftstrafe verurteilt

Wegen Spionage muss der «Washington Post»-Korrespondent Jason Rezaian im Iran ins Gefängnis. Für die Anschuldigungen gebe es keine Beweise, so seine Anwältin.

Ihm wird Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen vorgeworfen: Iran-Korrespondent Jason Rezaian. (Archivbild vom 11. April 2013)
Ihm wird Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen vorgeworfen: Iran-Korrespondent Jason Rezaian. (Archivbild vom 11. April 2013)
Vahid Salemi, Keystone

Der Korrespondent der «Washington Post» im Iran, Jason Rezaian, ist wegen Spionage zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Dies sagte ein iranischer Justizsprecher am Sonntag der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.

Über die Länge der Haftstrafe machte er keine Angaben. Dem im vergangenen Jahr festgenommenen 39-Jährigen waren unter anderem Spionage und Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen vorgeworfen worden.

Justizsprecher Gholamhossein Mohsein Edscheie sagte, das Urteil enthalte eine Haftstrafe. Das Urteil sei aber noch nicht offiziell (der Anwältin) mitgeteilt worden. Daher könne er «keine Einzelheiten nennen». Derselbe Justizsprecher hatte bereits am 11. Oktober mitgeteilt, dass im Spionageprozess gegen Rezaian ein Urteil gefallen sei.

Frau kam gegen Kaution frei

Der Journalist erschien zwischen Mai und Juli vier Mal vor dem Revolutionsgericht in Teheran, wo sein Fall hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde. Auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stehen bis zu 20 Jahre Haft.

Rezaian und seine iranische Frau Yeganeh Salehi waren im Juli 2014 in ihrem Haus in Teheran festgenommen worden. Salehi, die ebenfalls Journalistin ist, wurde im Oktober gegen Kaution freigelassen. Am 17. Oktober sagte der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif mit Blick auf Rezaian, er bemühe sich, «die Angelegenheit auf humanitäre Weise zu regeln».

«Washington Post»: Scheingefecht

Rezaian besitzt die iranische und die US-Staatsbürgerschaft. Die US-Regierung forderte wiederholt seine Freilassung. Nach Angaben von Rezaians Anwältin Leila Ahsan gibt es für die Anschuldigungen gegen den Journalisten keine Beweise.

Der Leiter der Auslandsredaktion der «Washington Post», Douglas Jehl, erklärte, er wisse von der Verurteilung, habe aber keine näheren Informationen. «Jeder Tag, den Jason im Gefängnis verbringt, ist eine Ungerechtigkeit, weil er nichts verbrochen hat», erklärte Jehl.

Auch nach 488 Hafttagen habe Teheran keinerlei Beweise für die gegen Rezaian erhobenen Vorwürfe vorgelegt. «Sein Prozess und seine Verurteilung sind ein Scheingefecht, und er müsste umgehend freigelassen werden.»

AFP/mlr

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