Zum Hauptinhalt springen

Verhafteter Schweizer hat sich in Genf radikalisiert

Der in Marokko unter Terrorverdacht verhaftete Schweizer ist ein ehemaliger Genfer Kleinkrimineller und Fan des Fussballclubs Servette FC.

Kurt Pelda
Trauer um zwei ermordete Frauen: Bilder und Kerzen im Gedenken an die beiden Opfer vor der Peterskathedrale in Rabat. (26. Dezember 2018)
Trauer um zwei ermordete Frauen: Bilder und Kerzen im Gedenken an die beiden Opfer vor der Peterskathedrale in Rabat. (26. Dezember 2018)
JALAL MORCHIDI, Keystone
Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin waren am 17. Dezember gefunden worden. (21. Dezember  2018) Bild: Jan Kare Ness/NTB Scanpix/Reuters
Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin waren am 17. Dezember gefunden worden. (21. Dezember 2018) Bild: Jan Kare Ness/NTB Scanpix/Reuters
Die Opfer wurden laut der marokkanischen Ermittlungsbehörde BCIJ erstochen und enthauptet. (21. Dezember  2018) Bild: Thomas Sjoerup/Ritzau Scanpix/Reuters
Die Opfer wurden laut der marokkanischen Ermittlungsbehörde BCIJ erstochen und enthauptet. (21. Dezember 2018) Bild: Thomas Sjoerup/Ritzau Scanpix/Reuters
Die Schweiz will bei der Aufklärung eng mit den betroffenen Ländern zusammenarbeiten. (21. Dezember  2018) Bild: Thomas Sjoerup/Ritzau Scanpix/Reuters
Die Schweiz will bei der Aufklärung eng mit den betroffenen Ländern zusammenarbeiten. (21. Dezember 2018) Bild: Thomas Sjoerup/Ritzau Scanpix/Reuters
Die beiden Frauen befanden sich auf einer Wanderung in einer einsamen Gegend des Atlas-Gebirges. (Archivbild) Bild: Rafael Marchante/Reuters
Die beiden Frauen befanden sich auf einer Wanderung in einer einsamen Gegend des Atlas-Gebirges. (Archivbild) Bild: Rafael Marchante/Reuters
Sie hatten in einem bei Wanderern beliebten Gebiet am Fuss des Berges Toubkal ihr Zelt zum Übernachten aufgeschlagen. Bild: Terje Bendiksby/Reuters
Sie hatten in einem bei Wanderern beliebten Gebiet am Fuss des Berges Toubkal ihr Zelt zum Übernachten aufgeschlagen. Bild: Terje Bendiksby/Reuters
Auch in mehreren marokkanischen Städten versammelten sich Menschen zum Gedenken an sie, wie hier vor der norwegischen Botschaft in der Hauptstadt Rabat. (22. Dezember 2018) Bild: Mosa'ab Elshamy/AP
Auch in mehreren marokkanischen Städten versammelten sich Menschen zum Gedenken an sie, wie hier vor der norwegischen Botschaft in der Hauptstadt Rabat. (22. Dezember 2018) Bild: Mosa'ab Elshamy/AP
1 / 9

Bei dem in Marokko unter Terrorismusverdacht verhafteten schweizerisch-spanischen Doppelbürger handelt es sich um den 25-jährigen Genfer K.Z.* Die marokkanischen Behörden vermuten eine Verbindung zwischen ihm und den Mördern zweier skandinavischer Touristinnen.

Ein Mordkommando, das sich zum Islamischen Staat (IS) bekannte, hatte Mitte Dezember eine 24-jährige Dänin und eine 28-jährige Norwegerin enthauptet. Dem Genfer K.Z. werfen die marokkanischen Behörden nun vor, er habe Nordafrikaner für Terrorattentate auf ausländische Ziele rekrutieren wollen. Dazu seien auch Anschläge auf Sicherheitskräfte geplant gewesen mit dem Ziel, sich deren Waffen zu bemächtigen.

Ausserdem soll K.Z. einige der im Zusammenhang mit den blutigen Morden verhaftete Personen im Schiessen und in verschlüsselter Kommunikation ausgebildet haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Als notorischer Kleinkrimineller bekannt

In Genf lebte K.Z. unter anderem im Quartier Les Grottes gleich hinter dem Hauptbahnhof. Am Brunnen auf der Places des Grottes fanden offenbar manchmal Saufgelage einer Jugendgruppe statt, zu der auch K.Z. gehörte. 2011 soll der Jugendliche zum Islam konvertiert sein. Fortan nannte er sich Abdallah. Laut Angaben von Fedpol war K.Z. bei der Polizei als notorischer Kleinkrimineller bekannt, unter anderem wegen Drogendelikten, Einbruchs und häuslicher Gewalt.

Laut Fernsehen SRF stand K.Z. ausserdem mit mindestens einem Genfer in Kontakt, der sich dem IS in Syrien und Irak angeschlossen hat. Er radikalisierte sich offenbar immer mehr und wanderte angeblich 2015 nach Marokko aus. Laut seinem Profil auf Facebook war K.Z. ein glühender Anhänger des Genfer Fussballclubs Servette FC und gehörte möglicherweise sogar der Ultra-Fangruppierung «Section Grenat» an.

Video: Genfer in Marokko abgeführt

Ein Video auf Facebook soll den mutmasslichen Schweizer Terroristen in Marokko bei seiner Abführung zeigen. (Quelle: Facebook)

Anders als in Genf, wo er häufig kahlgeschoren auftrat, trug K.Z. bei seiner Verhaftung in Marokko lange schwarze Haare sowie einen buschigen Bart und Schnauz, wie auf einem Video zu sehen ist. K.Z. wäre nicht der erste mutmassliche islamistische Terrorist, der ursprünglich aus der Verbrecherszene stammt und früher mit Drogen und Alkohol zu tun hatte.

*Name der Redaktion bekannt.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch