Zum Hauptinhalt springen

US-Geisel bei Luftangriff in Syrien getötet?

Eine Amerikanerin soll bei einem jordanischen Angriff auf eine IS-Zelle ums Leben gekommen sein. Die jordanische Regierung und die USA sind skeptisch.

Unabhängige Bestätigung über ihren Verbleib gibt es nicht: Kayla Jean Mueller. (Archivbild)
Unabhängige Bestätigung über ihren Verbleib gibt es nicht: Kayla Jean Mueller. (Archivbild)
AFP

Jordanien will den Islamischen Staat bis zur «völligen Vernichtung« bekämpfen. Das erklärte Innenminister Hussein al-Majali in einem Interview der staatlichen Zeitung «Rai». Jordanien werde die Terrormiliz aufspüren, wo immer sie auch sein möge. Die in dieser Woche intensivierten Luftangriffe seien «der Beginn eines Prozesses, sie zu eliminieren und völlig zu vernichten«, wurde Al-Majali zitiert.

Jordanien ist der US-geführten Koalition gegen den IS im September beigetreten. Nach der grausamen Verbrennung des in Syrien abgestürzten und in IS-Gefangenschaft geratenen Kampfpiloten Muas al-Kasasba hatten jordanische Regierungsmitglieder unerbittliche Vergeltung angekündigt. Jordanische Kampfjets bombardierten Waffenlager und Ausbildungslager des IS.

Dabei soll nach einer im Internet veröffentlichten mutmasslichen Mitteilung der Terrormiliz eine amerikanische Geisel, die 26-jährige Kayla Jean Mueller, getötet worden sein. Fotos auf der Webseite sollten das bombardierte Gebäude in Rakka zeigen, Mueller war darauf nicht zu sehen.

«Zutiefst besorgt wegen dieser Berichte»

Die Regierungen in Washington und Amman äusserten Zweifel an der Darstellung. Eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Bernadette Meehan, sagte, dem Weissen Haus lägen derzeit keine Beweise vor, die eine Tötung Mueller belegten. Dennoch sagte Meehan, ihr Land sei «zutiefst besorgt wegen dieser Berichte». Ein US-Regierungsbeamter sagte, dass die Koalition tatsächlich Luftangriffe auf Rakka geflogen habe. Doch gebe es nichts, was die Tötung Muellers bestätige.

Der jordanische Regierungssprecher Mohammed al-Momani sagte, auch Jordanien gehe den Behauptungen nach. Man halte sie aber für unlogisch. Der mutmassliche IS-Bericht über die Tötung gehöre zur «kriminellen Propaganda» der Terrormiliz.

Syrische Flüchtlinge betreut

Mueller ist die einzige derzeit bekannte amerikanische Geisel in den Händen des IS. Ihre Identität war aus Sorge um ihre Sicherheit zuvor nicht publik gemacht worden.

Sollte ihr Tod bestätigt werden, wäre sie die vierte von der Terrormiliz getötete US-Bürgerin. Die beiden Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie der Entwicklungshelfer Peter Kassig waren von der Gruppe in den vergangenen Monaten enthauptet worden. Ein weiterer US-Journalist, Austin Tice aus dem texanischen Houston, verschwand im August 2012 bei der Berichterstattung über den syrischen Bürgerkrieg. Seine Familie glaubt nicht, dass er vom IS oder dem syrischen Regime gefangen gehalten wird.

Mueller soll nach Syrien gegangen sein, um Entwicklungshilfe zu leisten. Einem Bericht der Zeitung «The Daily Courier» aus dem Jahr 2013 zufolge hatte die 26-Jährige aus Arizona in der Türkei syrische Flüchtlinge betreut.

Deren Eltern drückten die Hoffnung aus, dass ihre Tochter noch lebt. In einer an die Führung derTerrormiliz gerichteten Erklärung teilten sie am Freitag mit, die Behauptungen vom Tod der 26-Jährigen hätten sie beunruhigt. «Sie schrieben uns, dass Sie Kayla als Ihren Gast behandelten, als Ihr Gast bleibt ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden in Ihrer Verantwortung», schrieb die Familie.

AP/rsz/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch