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US-Bürger sind gegen Syrien-Intervention

Sollte sich US-Präsident Obama entscheiden, in Syrien einzugreifen, täte er dies ohne die Unterstützung seines Volks: 60 Prozent sind der Meinung, die USA sollten nicht intervenieren. Republikaner machen dennoch Druck.

Der UN-Bericht liefert Beweise für den Giftgaseinsatz in Syrien: UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. (17. September 2013)
Der UN-Bericht liefert Beweise für den Giftgaseinsatz in Syrien: UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. (17. September 2013)
AP Photo/Frank Franklin II)
Einigen sich in Genf auf einen Plan zur Sicherung und Zerstörung der syrischen Chemiewaffen: Der russische Aussenminister Sergei Lawrow und sein amerikanischer Kollege John Kerry. (13. September 2013)
Einigen sich in Genf auf einen Plan zur Sicherung und Zerstörung der syrischen Chemiewaffen: Der russische Aussenminister Sergei Lawrow und sein amerikanischer Kollege John Kerry. (13. September 2013)
AFP
Nach Angaben der Regierung im Stadtteil Jobar gefunden: Angebliche Materialien und Utensilien zur Herstellung von chemischen Waffen. (24. August 2013)
Nach Angaben der Regierung im Stadtteil Jobar gefunden: Angebliche Materialien und Utensilien zur Herstellung von chemischen Waffen. (24. August 2013)
Sana, AFP
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Die Amerikaner sind mehrheitlich gegen eine US-Intervention in Syrien. Sie sind der Meinung, Washington sollte sich aus dem Konflikt heraushalten – obwohl vergangene Woche dramatische Bilder eines Chemiewaffeneinsatzes um die Welt gingen. Zu diesem Resultat kommt eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos. Konkret waren 60 Prozent der Befragten der Meinung, die USA sollten nicht eingreifen. Nur neun Prozent finden, US-Präsident Obama sollte handeln.

Zwar steigt die Zahl der Amerikaner, die eine Intervention befürworten, falls der Chemiewaffeneinsatz dereinst bewiesen sein sollte: 25 Prozent finden dieses Vorgehen richtig. Aber auch diese Unterstützung hat in den vergangenen Tagen abgenommen – just zu jenem Zeitpunkt, als der Krieg in Syrien Mitte letzter Woche einen neuen Höhepunkt erreichte. Die Reuters-/Ipsos-Befragung fand vom 19. bis zum 23. August statt. In der Nacht auf den 21. August ereignete sich der Giftgasangriff in einem Vorort von Damaskus, bei dem zahlreiche Menschen starben.

Zu skeptisch wegen jahrelanger Kriege

46 Prozent sind nun gegen einen US-Einsatz. Damit hat die Unterstützung einer Intervention – unter der Voraussetzung eines bewiesenen Chemiewaffeneinsatzes – seit dem 13. August abgenommen: Damals fanden knapp 30 Prozent eine Intervention angemessen und rund 42 Prozent nicht.

Die Zahlen belegen: Je stärker sich die Krise im Bürgerkriegsland zuspitzt, desto mehr sind die Amerikaner der Meinung, ihr Land sollte nicht in einen weiteren Konflikt in der Region hineingezogen werden. Sollte sich Obama also entscheiden, militärisch gegen das Assad-Regime vorzugehen, wird er dies gegen den Willen des Volkes tun. Zu skeptisch sind die Bürger nach mehr als einem Jahrzehnt Kriegen in Afghanistan und im Irak, analysieren die Meinungsforscher.

Derzeit erwägt Obama ganz konkret, einzugreifen: Er traf sich gestern mit der Militärspitze zu einer Sondersitzung.Denn die Geheimdienste sind zunehmend überzeugt, dass das Assad-Regime hinter dem Giftgaseinsatz vom vergangenen Mittwoch steckt. Noch hat sich der US-Präsident nicht definitiv entschieden. Während viele Bürger nicht wollen, dass die USA erneut als Weltpolizist auftreten, kritisieren vorab Republikaner Obama als zu zögerlich in seiner Entscheidung.

Iran warnt USA vor Militärintervention in Syrien

Der Vizekommandant der iranischen Streitkräfte hat die USA vor einer Militärintervention in Syrien gewarnt. «Die USA kennen die rote Linie bezüglich Syrien, jegliche Überschreitung dieser Linie wird gravierende Folgen für das Weisse Haus haben», sagte Massoud Jazayeri heute.

Die syrische Regierung sei Opfer einer Propagandawelle der Amerikaner und einiger arabischer Staaten in der Region geworden. «Alle Länder, welche die Krise in Syrien weiter eskalieren wollen, müssen sich auf die Rache der Nationen gefasst machen», sagte der General laut der Nachrichtenagentur Fars.

Assad wirft Rebellen Einsatz von Giftgas vor

Das syrische Regime geht derweil in der Giftgaskrise in die Offensive. Die Staatsmedien verbreiteten heute Fotos und Erklärungen der Armee, die beweisen sollen, dass angeblich die Rebellen am Stadtrand von Damaskus Giftgas eingesetzt haben.

Dies sei auch durch russische Satellitenaufnahmen belegt, zitierte die Nachrichtenagentur Sana Informationsminister Omran al-Zoubi. Der iranische Aussenminister Mohammed Jawad Sarif vertrat nach Angaben des Senders Press TV in einem Telefongespräch mit seiner italienischen Amtskollegin Emma Bonino ebenfalls die Meinung, Rebellen hätten in Syrien Giftgas eingesetzt.

Er sagte, die syrische Regierung «hat uns versichert, dass sie nie solche unmenschlichen Waffen eingesetzt hat». Die Führung in Damaskus sei bereit, den UNO-Experten Zugang zu den betroffenen Gebieten zu gewähren. Dies hatte Zoubi allerdings kurz zuvor noch kategorisch ausgeschlossen.

SDA/rbi

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