UNO berichtet von beispiellosem Massaker im Südsudan

Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen spricht von skrupellosen und brutalen Angriffen auf Frauen und Kinder; verübt von Regierungstruppen.

Eine junge Witwe aus Südsudan, deren Mann von Regierungstruppen umgebracht worden sei, hält ihr neunmonatige Tochter in den Armen. (Archiv)<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Eine junge Witwe aus Südsudan, deren Mann von Regierungstruppen umgebracht worden sei, hält ihr neunmonatige Tochter in den Armen. (Archiv)

(Bild: Keystone)

Die Vereinten Nationen haben den Regierungstruppen im Bürgerkriegsland Südsudan schwere Gräueltaten vorgeworfen. Das UNO-Menschenrechtsbüro sprach am Dienstag in Genf von «grausamer Gewalt» und prangerte Hinrichtungen und Vergewaltigungen an.

Regierungstruppen und von der Regierung unterstützte Kämpfer hätten alleine zwischen dem 16. April und dem 24. Mai mehr als 230 Zivilisten getötet. Die dokumentierten Angriffe besonders auf Frauen und Kinder seien «vorsätzlich, skrupellos und brutal». Einige Taten könnten gar «Kriegsverbrechen» gleichkommen, hiess es.

Auch Kleinkinder unter den Opfern

Auch Senioren und Menschen mit Behinderung seien auf grausame Art und Weise getötet worden. Die UNO berichtete von Menschen, die an Bäumen aufgehängt worden und anderen, die in ihren Häusern bei lebendigem Leib verbrannt sein sollen.

Zudem seien mindestens 120 Frauen und Kinder vergewaltigt worden – unter ihnen auch vierjährige Kleinkinder. Zudem seien mehr als 130 Frauen und Mädchen entführt worden. Mehr als 30'000 Menschen flohen demnach jüngst vor der Gewalt.

UNO-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein rief die südsudanesische Regierung dazu auf, die Angriffe auf Zivilisten zu beenden und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Seit 2013 kämpfen Regierungstruppen gegen Rebellen

Der Südsudan hatte im Sommer 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt. Im Dezember 2013 begannen bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir und seines Rivalen Riek Machar. Seitdem wurden zehntausende Menschen getötet und vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Mehrere Anläufe zur Beendigung des Konflikts scheiterten bislang. Ende Juni hatten sich die Konfliktparteien auf eine «dauerhafte» Waffenruhe geeinigt.

nag/sda

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