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Uni-Angreifer kannten Campus genau

13 Stunden Terror auf dem Gelände der Universität von Garissa in Kenia: Gestern tötete die Gruppe al-Shabaab bei ihrem Anschlag 147 Personen. Nun schildern Überlebende, wie sie den Angriff erlebten.

Schüsse im Studentenheim: Die kenianische Armee lieferte sich stundenlange Gefechte mit den Terroristen rund um die Universität in Garissa. (2. April 2015)

Die somalische Terrorgruppe al-Shabaab hat ihren Anschlag auf eine Universität im benachbarten Kenia mit 147 Toten offenbar intensiv geplant. Eine Überlebende berichtete der Nachrichtenagentur AP, die Angreifer seien am Vortag auf dem Gelände der Universität von Garissa zuerst gezielt zu einem Hörsaal gestürmt, in dem sich christliche Studenten zu einem Morgengebet eingefunden hatten. Die 21-jährige Helen Titus vermutete, die Täter hätten den Campus genauestens gekannt.

Die Angreifer stürmten gestern gegen 05.30 Uhr auf das Gelände, drangen in Studentenwohnheime ein und töteten Augenzeugen zufolge gezielt Nichtmuslime. Später verschanzten sie sich mit Geiseln. Nach einem stundenlangen Einsatz erschoss die Polizei vier Bewaffnete und nahm einen Verdächtigen fest, der zu fliehen versucht hatte. «Sie hatten unser Gelände erforscht, sie wussten alles», sagte Titus, die Englische Literatur studiert.

Bisher schwerste Anschlag

Der Überfall auf die Universität rund 145 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt war der bisher schwerste Anschlag der Al-Shabaab-Miliz in Kenia. Sie bekannte sich kurz nach Beginn der Attacke zur Tat. In Kenia verübte al-Shabaab bereits mehrere Anschläge mit vielen Toten – angeblich aus Rache dafür, dass das Land 2011 Truppen zum Kampf gegen die Extremisten nach Somalia geschickt hat.

Sie zeichnete auch verantwortlich für den Überfall auf das Einkaufszentrum Westgate Mall in Nairobi 2013 mit 67 Toten. Auch damals töteten die Angreifer gezielt Nichtmuslime. Am Freitag protestierten einige Männer auf einer Strasse von Garissa gegen die Gewalt. «Wir sind gegen das Töten unschuldiger Kenianer!», stand auf Schildern. «Wir haben genug davon!».

AP/bru

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