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Tunesischer Ansturm auf Wahllokale

Die ersten freien Wahlen des Landes übertreffen alle Erwartungen: Mehr als 90 Prozent der Wahlberechtigten sollen ihre Stimme abgegeben haben. Nun müssen sich die Tunesier auf Resultate gedulden.

Ausgelassene Stimmung: Die Menschen feiern in Tunis mit Rached Ghannouchi, Kandidat der moderaten islamischen Partei. (23. Oktober 2011)
Ausgelassene Stimmung: Die Menschen feiern in Tunis mit Rached Ghannouchi, Kandidat der moderaten islamischen Partei. (23. Oktober 2011)
Reuters

Bei der ersten freien Wahl in Tunesien seit dem Sturz von Machthaber Zine El Abidine Ben Ali hat die Beteiligung alle Erwartungen übertroffen. Mehr als 90 Prozent der Wähler hätten ihre Stimme abgegeben, sagte Boubaker Bethabet von der Wahlkommission am Sonntagabend. Vor den Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen. 4,1 Millionen eingetragene Wähler und 3,1 Millionen weitere Wahlberechtigte waren landesweit zu der von umfangreichen Sicherheitsmassnahmen begleiteten Wahl aufgerufen. Um die 217 Mandate in der Versammlung bewarben sich mehr als 11'000 Kandidaten auf rund 1500 Listen.

Die Abgeordneten sollen eine neue Verfassung ausarbeiten und einen neuen Staatschef wählen, der dann den Chef einer Übergangsregierung ernennen soll. Als Favoritin ging die islamistische Ennahda-Partei in die Wahl.

Endergebnis am Dienstag

Übergangspräsident Foued Mebazaa kündigte in der arabischsprachigen Zeitung «Assabah» an, sich nach der Wahl endgültig aus der Politik zurückziehen zu wollen. Die 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union begrüssten den Urnengang. Das amtliche Endergebnis kündigte Wahlkommissions-Präsident Kamel Jendoubi für Dienstag an.

Überwacht wurde der Urnengang von 40'000 Sicherheitskräften und 13'000 Wahlbeobachtern. Laut Jendoubi gab es einige kleinere Unregelmässigkeiten, die den Ausgang der Abstimmung jedoch nur «minimal» beeinflussen könnten.

SDA/kpn

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