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Türkei soll Schweizer IS-Kämpfer freigelassen haben

Nun liegt eine Erklärung für die Befreiung der türkischen Geiseln aus den Händen der IS-Miliz vor: Ankara soll als Gegenleistung 180 Jihadisten auf freien Fuss gesetzt haben – darunter auch den «Jihadisten aus dem Aargau».

mw/tok
Wurde im Frühling in der Türkei verhaftet: Çendrim Ramadani. (Foto: Hürriyet online)
Wurde im Frühling in der Türkei verhaftet: Çendrim Ramadani. (Foto: Hürriyet online)

Ende September liess die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) 49 Mitarbeiter des türkischen Konsulats im Irak frei, die sie als Geiseln gehalten hatte. Die britische Tageszeitung «The Times» berichtet nun unter Berufung auf eine Liste, die ihr zugespielt worden sei, die Türkei habe als Gegenleistung 180 Kämpfer des IS freigelassen.

Neben den beiden Briten, welche die «Times» namentlich nennt, sollen sich auf der Liste auch drei Franzosen, zwei Schweden, zwei Mazedonier, ein Belgier und ein Schweizer befinden. Dessen Identität wird im Bericht nicht genannt. Einer der Autoren des «Times»-Artikels, der Journalist John Simpson, vermeldete auf Twitter explizit die Freilassung von Çendrim Ramadani.

Der im Aargau aufgewachsene Ramadani war im Frühling in der Türkei verhaftet worden. Ramadani stammt aus dem Kosovo und ist Staatsbürger von Serbien-Montenegro. Einen Schweizer Pass besitzt der 23-Jährige nach Angaben der Schweizer Aussendepartements nicht.

Ob Ramadani tatsächlich ausgetauscht wurde, liess sich bisher nicht verifizieren. Die Schweizer Behörden konnten die Meldung auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda nicht bestätigen. Im Internet kursiert auch die Vermutung, wonach Ramadani zwar Verhandlungsmasse war, aber am Ende nicht ausgetauscht wurde.

Liste «glaubwürdig»

Der britische Rundfunk BBC berichtete, britische Behördenvertreter hielten die Angaben über die Freilassung von Gefangenen für glaubwürdig. Die «Times» selber schreibt, die Liste stamme dem Anschein nach von einer Quelle in den türkischen Behörden.

Die angebliche Austauschliste mit Ramadanis Namen darauf ist nach Informationen von Redaktion Tamedia schon seit Tagen im Umlauf. In der Türkei wurde viel über einen Austausch spekuliert, bislang nannten aber türkische Agenturen und die türkische Presse keine Namen.

Ein türkischer Journalist nannte auf Twitter mit Bezug auf die «Times» nun auch Ramadanis Namen.

Die türkischen Behörden hatten Verhandlungen mit IS-Vertretern bestätigt, die Freilassung aber als Ergebnis einer «geheimen Rettungsaktion» bezeichnet. Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte gesagt, es sei «unwichtig, ob es einen Austausch gab oder nicht». Bei den als Geiseln genommenen Konsulatsmitarbeitern hatte es sich um 46 türkische Staatsangehörige und 3 Iraker gehandelt.

(AFP/sda)

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