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Truppenaufmarsch in der Zentralafrikanischen Republik

Frankreich und Nachbarländer der Zentralafrikanischen Republik haben Soldaten in das unruhige Land geschickt. Rebellen, die in den letzten Tagen viel Terrain gewannen, und die Regierung wollen verhandeln.

Erhalten Hilfe aus dem Ausland: Tschadische Truppen, hier bei einer Parade in der tschadischen Hauptstadt N'djamena. (Archivbild)
Erhalten Hilfe aus dem Ausland: Tschadische Truppen, hier bei einer Parade in der tschadischen Hauptstadt N'djamena. (Archivbild)
AFP

Die Nachbarländer der Zentralafrikanischen Republik wollen die Regierung dort mit Soldaten vor einem Sturz durch die Rebellen schützen. Darauf einigten sich die Mitglieder der Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft bei einem Treffen in Gabun. Allerdings war nicht klar, wie viele Soldaten entsandt werden sollen und wann sie eintreffen werden.

«Wir denken nun über die nötigen Vorbereitungen nach, damit diese Mission so schnell wie möglich beginnen kann», sagte der Aussenminister von Gabun, Emmanuel Issoze-Ngondet. Der zentralafrikanische Präsident François Bozize bat am Donnerstag um internationale Hilfe angesichts der wachsenden Befürchtung, die Rebellen könnten die Hauptstadt Bangui angreifen.

Die britische BBC berichtete in der Nacht auf Samstag, Regierung und Rebellen hätten sich auf Verhandlungen geeinigt. Die Gespräche sollen ohne Vorbedingungen in Libreville, der Hauptstadt des Nachbarlandes Gabun, stattfinden und sollten «innerhalb der nächsten Tage» beginnen.

Schneller Vormarsch der Rebellen

Noch am Freitag hätten sich Regierungstruppen und Rebellen in der Stadt Bambari Kämpfe geliefert. Die Rebellen hatten die drittgrösste Stadt des Landes am Sonntag unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatten sie bereits wichtige Bergbaugebiete im Westen des Landes eingenommen.

Die Rebellen werfen Präsident François Bozizé vor, eine Friedensvereinbarung aus dem Jahr 2007 gebrochen zu haben. Bozizé hatte am Donnerstag die ehemalige Kolonialmacht Frankreich sowie die USA um militärische Hilfe gebeten. Er war damit jedoch auf taube Ohren gestossen.

Franzosen verstärken, USA verringern Präsenz

Dennoch schickte Paris am Freitag weitere 150 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik, um, wie es laut französischer Nachrichtenagentur AFP hiess, französische Staatsbürger zu schützen. Die Fallschirmjägertruppe verstärke die 250 französischen Soldaten, die bereits auf dem Militärstützpunkt M'Poko beim Flughafen der Hauptstadt Bangui stationiert seien. In der Zentralafrikanischen Republik leben rund 1200 Franzosen. Der französische Regierungschef Jean-Marc Ayrault hatte am Freitag bekräftigt, dass sich sein Land aus dem Konflikt heraushalten wolle.

Wegen der unsicheren Lage zogen die USA bereits 40 Mitarbeiter aus dem Land ab, darunter den amerikanischen Botschafter. Sie flogen mit einer Maschine der US-Luftwaffe nach Kenia, wie aus Botschaftskreisen verlautete. Auch die UNO kündigte an, bis auf eine Notbesetzung alle Mitarbeiter aus dem Land abzuziehen.

dapd/sda/AFP/rub

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