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Tote bei Einmarsch von Assads Truppen in Latakia

Die syrische Armee ist in eine weitere Stadt vorgerückt. Gemäss Berichten befinden sich Frauen und Kinder aus Latakia auf der Flucht. Israel hat entlang der syrischen Grenze offenbar neue Landminen gelegt.

Bei mehreren Militäraktionen in Syrien sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten am Samstag mindestens fünf Menschen getötet worden. Zwei Menschen kamen demnach bei einer Schiesserei in Slaibe – einem Viertel der Küstenstadt Latakia – ums Leben, teilte das Örtliche Koordinationskomitee mit, das die Proteste dokumentiert. Ein Mensch sei in der Stadt Kusair nahe des Libanons getötet worden, hiess es weiter. Bei einer Razzia der Sicherheitskräfte sei in Daraja, einem Vorort der Hauptstadt Damaskus, eine Person getötet worden, teilte das Komitee mit. Eine weitere Person kam in der Stadt Hama ums Leben.

Zuvor seien in El Ramel – einem weiteren Viertel Latakias – Panzer aufgefahren, sagte Rami Abdul Rahman, Leiter des Observatoriums für Menschenrechte in Syrien mit Sitz in London. In El Ramel sei Gewehrfeuer zu hören gewesen. Mindestens 20 Panzer und gepanzerte Truppentransporter seien eingerückt, erklärte er.

Zahlreiche Bewohner, vor allem Frauen und Kinder, seien aus dem Viertel geflüchtet. Dort leben viele Palästinenser. Über den Hintergrund der Schüsse in El Ramel war zunächst nichts bekannt. Zahlreiche Sicherheitskräfte und regierungstreue Bewaffnete seien darüber hinaus am Samstag in die Ortschaft Kusair nahe der Grenze zum Libanon einmarschiert, sagte Abdul Rahman weiter. Zahlreiche Bewohner seien festgenommen worden. Bei einer weiteren Aktion der syrischen Streitkräfte in der Stadt Sarmin im Nordwesten seien zehn Personen durch Schüsse verletzt worden, berichteten Aktivisten.

Zehntausende forderten Tod al-Assads

Im El-Ramel-Viertel von Latakia und in Kusair ist es in den vergangenen Wochen wie in anderen syrischen Städten zu Massenprotesten gegen die Regierung von Präsident Bashar al-Assad gekommen. Ein Einwohner, der nicht genannt werden wollte, bestätigte die Militärpräsenz in El Ramel.

Am Vortag hatten Zehntausende Demonstranten nach den Freitagsgebeten den Tod Assads gefordert. Sicherheitskräfte töteten nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mindestens 14 Protestierende. Insgesamt kamen diesen Angaben zufolge bei den seit fünf Monaten andauernden Massenprotesten mindestens 1700 Zivilpersonen ums Leben.

Israel verlegt neue Landminen

Israel verlegt an seiner nordöstlichen Grenze zu Syrien offenbar neue Landminen. Wie das von den Streitkräften des Landes herausgegebene Magazin «Mahaneh» berichtete, sollen damit propalästinensische Demonstranten daran gehindert werden, in die Golanhöhen vorzudringen. Die Massnahme sei Teil der Vorbereitungen auf für September erwartete Protestaktionen, hiess es.

Im Juni hatten israelische Soldaten an der Grenze zu den Golanhöhen das Feuer auf von syrischer Seite kommende Demonstranten eröffnet und mindestens 20 Menschen getötet. In dem Gebiet ausgelegte ältere Minen waren dabei nicht detoniert. Die Golanhöhen sind seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 von Israel besetzt.

UNO plant Sondersitzung

Die USA fordern inzwischen härtere Sanktionen gegen Syrien. US- Aussenministerin Hillary Clinton forderte am Freitag andere Staaten auf, sich den US-Sanktionen gegen das Regime in Damaskus anzuschliessen. Auch Europa, Russland, China und Indien sollen nach den Worten Clintons Sanktionen gegen die syrische Erdöl- und Gasindustrie ergreifen.

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien berät der UNO-Sicherheitsrat kommende Woche erneut über die Lage. Auf der Sondersitzung am Donnerstag werde die UNO- Menschenrechtskommissarin Navi Pillay und die Vize-Generalsekretärin für humanitäre Angelegenheiten Valerie Amos über Syrien berichten.

Das teilte die französische UNO-Mission am Freitag mit. Die europäischen Mitglieder des Sicherheitsrats hatten diese Sitzung beantragt, um den Druck auf die Regierung von Syriens Präsident Bashar al-Assad aufrecht zu halten.

SDA/kpn

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