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Tausende Kopten nehmen Abschied von ihrem Kirchenoberhaupt

Bei einer Zeremonie mit Muslimen und Christen in der Markus-Kathedrale in Kairo wurde vom Kopten-Oberhaupt Schenuda III. Abschied genommen.

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Tausende Gläubige haben am Dienstag in Ägypten Abschied vom Oberhaupt der christlichen Kopten, Patriarch Schenuda III., genommen.

Nach einem Gottesdienst in der Markus- Kathedrale in Kairo wurde der Sarg ins Freie gebracht, wo ihn trauernde Menschen mit Rosenblüten und weissen Lilien bedeckten.

Nationaler Trauertrag

Die Zeremonie in der Kathedrale begann mit einem Gebet des aus Addis Abeba angereisten Oberhaupts der koptisch-orthodoxen Kirche Äthiopiens, Patriarch Abune Paulos. Um den Sarg hatten sich koptische Priester mit ihrer typischen schwarzen Kopfbedeckung versammelt.

Auch Mitglieder des regierenden Obersten Rats der Streitkräfte, ein Vertreter der Muslimbruderschaft, mehrere ägyptische Minister, Abgeordnete und Personen des öffentlichen Lebens - Muslime und Christen - nahmen an der Trauerfeier teil.

Das regierende Militär hatte den Dienstag zum nationalen Trauertag erklärt. Die Zeremonie wurde im staatlichen Fernsehen übertragen und landesweit wehten die Fahnen auf halbmast. Die Kopten sind die grösste christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen bis zu zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner Ägyptens aus.

Nach dem Gottesdienst sollte der Sarg von Kairo aus mit dem Flugzeug zu dem rund 100 Kilometer nordwestlich der Stadt gelegenen Wüstenkloster in Wadi Natrun gebracht werden. Es war der Wunsch Schenudas, dort begraben zu werden, wo er einst vom früheren ägyptischen Präsidenten Anwar El-Sadat in die Verbannung geschickt worden war.

Nachfolge noch offen

Das geistliche Oberhaupt der koptischen Christen war am Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Sein Leichnam wurde am Sonntag und Montag in der Markus-Kathedrale aufgebahrt. Bei einer Massenpanik während der Trauerfeierlichkeiten waren am Sonntag drei Menschen ums Leben gekommen.

Die Auswahl des neuen Patriarchen könnte sich kompliziert gestalten; es sind schon mindestens fünf Kandidaten im Gespräch. Für die nächsten zwei Monate hat der Bischof Pachomius für zwei Monate Schenudas Aufgaben übernommen.

(SDA)

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