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Syrische Deserteure bestreiten Angriff auf Baath-Partei

Die Freie Syrische Armee greife keine zivilen Ziele an, sagt deren Kommandant in einem Internetvideo. Das Regime von Bashar al-Assad habe den Anschlag erfunden.

Der Kommandeur einer Gruppe syrischer Deserteure hat eine Verwicklung in einen Angriff auf den Sitz der regierenden Baath-Partei in Damaskus bestritten. Riad al-Asaad, der Chef der Freien Syrischen Armee (FSA), erklärte in einem Video, das im Internet veröffentlicht wurde, seine Gruppe greife keine zivilen Ziele an. Der Anschlag sei vom Regime erfunden worden, um dem Ansehen der Revolution zu schaden. Die FSA hatte sich Stunden zuvor auf ihrer Facebook-Seite zu dem Angriff bekannt. In das Gebäude der Baath-Partei schlugen nach Angaben von Aktivisten am Sonntagmorgen mehrere Granaten ein.

Aus dem Gebäude sei Rauch aufgestiegen, berichteten Augenzeugen. Davor seien Fahrzeuge der Feuerwehr zu sehen gewesen. Der Angriff auf das Parteigebäude konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden, weil Syrien die meisten ausländischen Journalisten ausgewiesen hat. Die britische BBC berichtete, dass von aussen am Gebäude kein Schaden zu erkennen sei.

Ex-Syrier in die Tat verwickelt?

Die Verantwortung für die Tat übernahm zunächst eine Gruppe von Überläufern der Streitkräfte, die ihren Sitz in der benachbarten Türkei hat. Der Angriff sei eine Reaktion auf die Weigerung der Staatsführung, Zehntausende politische Gefangene freizulassen und die Streitkräfte aus Widerstandshochburgen abzuziehen.

Dies sah eine Vereinbarung zwischen Syrien und der Arabischen Liga vor, in der sich wichtige Staaten der Region zusammengeschlossen haben. Die Organisation hatte verlangt, dass der Plan bis Samstag umgesetzt ist, und andernfalls mit Sanktionen gedroht.

Ultimatum abgelaufen

Assad liess das Ultimatum verstreichen. Aussenminister Walid al-Muallem warnte die Liga vor übereilten Schritten und warf der Staatengemeinschaft vor, sich als Werkzeug missbrauchen zu lassen. Nach einem Bericht der amtlichen ägyptischen Nachrichtenagentur Mena wollen sich die Aussenminister des Bündnisses nun am Donnerstag treffen, um über die Lage in Syrien zu beraten.

In einer ersten Stellungnahme am Sonntag wies die Liga einen syrischen Antrag zurück, ihren Plan zur Entsendung von 500 arabischen Beobachtern zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien zu überarbeiten. Eine Änderung des Plans «würde das Wesen der Mission radikal verändern», teilte der Staatenbund mit.

Assad selbst zeigte sich unbeugsam. Der Konflikt und die Versuche, Syrien zu unterwerfen, setzten sich fort, sagte der Staatschef in einem Interview der britischen Zeitung «Sunday Times». «Syrien wird sich nicht unterwerfen.»

dapd/miw

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