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Simbabwe: Ringen um Machtverteilung

Die Staatengemeinschaft des Südlichen Afrikas (SADC) hat am Wochenende auf ihrem Gipfel in Johannesburg versucht, die Machtaufteilung in Simbabwe zu klären.

Die Gespräche machen nach Angaben von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai gute Fortschritte. Die in Südafrika geführten Verhandlungen liefen «sehr gut», sagte er zu Journalisten am Sonntag.

Bereits am Vortag hatte es in Diplomatenkreisen geheissen, dass Tsvangirai und Simbabwes Präsident Robert Mugabe nach Beratungen mit den Staats- und Regierungschefs der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC möglicherweise kurz vor einer Einigung stünden.

Auch Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, der seit Wochen in der Krise vermittelt, hatte zu Beginn des zweitägigen Gipfels die Hoffnung geäussert, dass ein Ende des Machtkampfes erreicht werden könne.

Tsvangirai fordert echte Macht

Pessimistischer hatte sich Tsvangirai noch in kurz zuvor geführten Interviews geäussert. Er werde jedes Abkommen ablehnen, das ihm nur eine Nebenrolle unter Präsident Robert Mugabe einräume, sagte Tsvangirai der «New York Times».

In der südafrikanischen Zeitung «Sunday Independent» sagte er, dass Simbabwes Präsident Robert Mugabe die Position des Ministerpräsidenten weitgehend repräsentativ gestalten wolle. Er hingegen wolle «echte Macht» in einer Übergangsregierung.

Treffen boykottiert

Botswanas Präsident Ian Khama boykottierte das Treffen vom Wochenende, weil Mugabes Wahl seiner Ansicht nach nicht rechtmässig war. Sambias Aussenminister Kabinga Pande erklärte, die politische Situation in Simbabwe habe negative Auswirkungen für die Ideale der Demokratie und der regionalen Integration.

Er verlas eine Rede des nach einem Herzinfarkt genesenden sambischen Präsidenten Levy Mwanawasa, in dem es hiess: «Simbabwe hat zweifelsohne einen dicken Flecken auf der Demokratie-Kultur der Region hinterlassen.»

Anlässlich des Gipfels demonstrierten in Johannesburg rund tausend Menschen gegen Mugabe. Dem autokratisch regierenden Magabe wird Misswirtschaft vorgeworfen, zudem steht das Land vor dem wirtschaftlichen Kollaps.

Seine Wiederwahl Ende Juni war weltweit verurteilt worden. Tsvangirai, der bei der ersten Wahlrunde in Führung gelegen hatte, verzichtete wegen gewaltsamer Übergriffe auf seine Anhänger auf die Teilnahme an der Stichwahl.

SDA/mbr

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