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Proteste gegen Obama in Soweto

Bei seinem Besuch in Südafrika ist der US-Präsident mit Mitgliedern von Nelson Mandelas Familie zusammengekommen. An der Universität von Johannesburg kam es derweil zu einer Demonstration gegen Obama.

«Afrika als nächste grosse Erfolgsstory»: US-Präsident Obama hält eine Ansprache, nachdem er sich mit Wirtschaftsvertretern Tansanias getroffen hat. (1. Juli 2013)
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AFP
Pompöser Empfang: Das tansanische Militär erwartet die Air Force One, ...
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Reuters
Die Mitglieder der senegalesischen Regierung warten auf die Ankunft der Air Force One mit der US-Präsidentenfamilie. (26. Juni 2013)
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Reuters
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Barack Obama würdigte mit einem Besuch in Soweto den Kampf gegen die Apartheid. Dort waren im Juni vor 27 Jahren mindestens 176 Jugendliche getötet worden, als sie gegen das vom damaligen Apartheid-Regime durchgesetzte Verbot örtlicher Bantu-Idiome als Unterrichtssprache protestierten. Der Aufstand in Soweto befeuerte damals die internationale Empörung über die Trennung von Weissen und Nicht-Weissen in Südafrika.

Vor dem Eintreffen des US-Präsidenten an der Universität von Johannesburg in Soweto protestierten rund 150 Demonstranten vor dem Universitätsgebäude gegen dessen Besuch. Die Polizei gab Warnschüsse ab, um die Menschenmenge aufzulösen.

Besuch auf Robben Island

Zum Abschluss seines Aufenthalts in Südafrika will Obama am Sonntag eine Rede an der Universität von Kapstadt halten. Gemeinsam mit seiner Familie will der 51-Jährige zudem das Gefängnis auf Robben Island besuchen, wo Nelson Mandela 18 seiner insgesamt 27 Jahre in Haft verbrachte.

Aus Rücksicht auf den Gesundheitszustand von Nelson Mandela verzichtet US-Präsident Barack Obama bei seiner Südafrikareise auf einen Besuch bei der Ikone des Landes. Stattdessen traf er gemeinsam mit seiner Frau Michelle in Johannesburg Angehörige des Anti-Apartheid-Kämpfers.

Zuvor hatte der US-Präsident bekannt gegeben, er werde aus Rücksicht «auf den Frieden und das Wohlergehen» des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas nicht zu ihm ins Spital kommen. Stattdessen trafen die Obamas Angehörige Mandelas, um «in dieser schwierigen Zeit ihre Gebete» zu teilen.

Das Treffen fand im Nelson Mandela Centre of Memory in Johannesburg statt, hiess es. Einzelheiten zu dem etwa 20-minütigen Gespräch wurden nicht genannt. An dem Treffen nahmen auch zwei Kinder und sechs Enkelkinder Mandelas, nicht aber seine Ehefrau Graça Machel teil.

Mandela ist «Leuchtfeuer» für die Welt

Zuvor hatte Obama die historischen Verdienste des schwer kranken südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela gewürdigt. Sein Kampf gegen die Apartheid in Südafrika sei ein Vorbild und ein «Leuchtfeuer» für die ganze Welt gewesen. Mandelas Kampf «war eine persönliche Inspiration für mich, es war eine Inspiration für die Welt, und es ist dies noch immer», sagte Obama nach einem Gespräch mit dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma in Pretoria.

Mandela habe gezeigt, was möglich ist, wenn ein Volk gemeinsam für seine Rechte eintritt, sagte Obama.

Zuma erklärte, Obama und Mandela seien durch die Geschichte als erste schwarze Präsidenten ihrer Länder miteinander verbunden. «So tragen Sie beide die Träume von Millionen Menschen in Afrika und der Diaspora, die zuvor unterdrückt wurden», sagte Zuma.

Besorgnis über Ägypten

Barack Obama hat zudem seine Besorgnis über die blutigen Proteste in Ägypten ausgedrückt und die Konfliktparteien zur Mässigung aufgerufen.

Angesichts der Unruhen stünden die USA mit der Regierung in Kairo in direktem Kontakt, sagte Obama in Pretoria. Oberste Priorität habe dabei, dass die amerikanische Botschaft und die Konsulate in Ägypten während der Proteste sicher seien.

Die ägyptische Opposition hat für den ersten Jahrestag der Machtübernahme von Präsident Mohammed Mursi am Sonntag zu Massenprotesten aufgerufen. Bereits vor den erwarteten Demonstrationen spitzt sich die Lage am Nil zu: Bei Ausschreitungen zwischen Anhängern und Gegnern Mursis kamen in den vergangenen Tagen mindestens sieben Menschen ums Leben, darunter ein Amerikaner.

Am Samstagmorgen wurde Obama in der Hauptstadt Pretoria mit militärischen Ehren empfangen. Anschliessend zog er sich mit Zuma zu einem Gespräch in dessen Amtssitz zurück.

SDA/kpn/kle

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