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Palästinenser nach monatelangem Hungerstreik frei

Vier Palästinenser verweigerten in Israel die Nahrungsaufnahme, nun ist einer von ihnen frei. Vom Besuch von US-Präsident Barack Obama am Mittwoch erhofft sich Israel die Wiederaufnahme der Friedensgespräche.

Wird von seiner Anhängern gefeiert: Aiman Scharawneh bei seiner Ankunft im Gaza-Streifen. (17. März 2013)
Wird von seiner Anhängern gefeiert: Aiman Scharawneh bei seiner Ankunft im Gaza-Streifen. (17. März 2013)
Keystone

Nach einer Vereinbarung mit der Justiz hat einer der vier hungerstreikenden palästinensischen Häftlinge in Israel seine Protestaktion beendet. Dies teilten sein Anwalt und seine Familie mit. Aiman Scharawneh habe akzeptiert, dass er den Gaza-Streifen in den nächsten zehn Jahren nicht verlassen darf. Am Sonntagabend wurde er freigelassen und reiste unter dem Jubel von Anhängern in den Gaza-Streifen ein.

Scharawneh hatte seit Juli die Nahrung verweigert, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren. Er wirkte bei seiner Einreise schwach und wurde in einem Krankenwagen in eine Klinik in Gaza-Stadt gebracht. Vom Krankenbett aus sagte er: «Die Besatzungsmacht hat zwei Verbrechen begangen: Mich zu verhaften, und dann, mich von meiner Familie fernzuhalten. Aber in Gaza bin ich auch bei meiner Familie.»

Der Mann stammt aus dem Westjordanland. Dennoch habe er zugestimmt, im Gaza-Streifen zu bleiben, sagte sein Anwalt Dschawad Bulous. Denn Scharawneh habe befürchtet, dass ihn ein Militärgericht am Montag zu jahrzehntelanger Haft verurteilen würde.

Ursprünglich zu 38 Jahren Haft verurteilt

Der Palästinenser war ursprünglich wegen Anschlägen zu 38 Jahren Haft verurteilt worden, wurde 2011 aber zusammen mit etwa 1000 weiteren Palästinensern im Austausch gegen den von der Hamas festgehaltenen israelischen Soldaten Gilad Shalit freigelassen. Im Januar 2012 war er erneut festgenommen worden, weil er gegen die Bedingung seiner Freilassung verstossen haben soll, keinen Kontakt mit der Hamas aufzunehmen.

Scharawneh hatte seinen Hungerstreik einmal für einen Monat unterbrochen, in der Annahme, er werde freigelassen. Inzwischen hat er nach Angaben seiner Mutter Sahra Scharawneh etwa die Hälfte seines Gewichts verloren und kann eines seiner Beine nicht mehr bewegen. Er war zwischenzeitlich im Krankenhaus behandelt worden.

Drei weitere palästinensische Häftlinge verweigern seit Monaten die Nahrung: Samer Issaui, der ebenfalls 2011 bei dem Gefangenentausch dabei war und danach wegen Verstosses gegen Auflagen erneut verhaftet wurde, seit sieben Monaten; Tarek Kaadan und Dschafar Esseldeen mehr als vier Monaten.

Insgesamt sind etwa 4000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Demonstrationen für ihre Freilassung gegeben.

Israel will Friedensgespräche ohne Bedingungen aufnehmen

Der israelische Botschafter in den USA, Michael Oren, bekräftigte unterdessen die Bereitschaft seiner Regierung, die Friedensgespräche mit den Palästinensern ohne Vorbedingungen wieder aufzunehmen. «Wir wollen die Verhandlungen nicht morgen wieder aufnehmen, sondern heute», sagte Oren im US-Sender NBC.

Er hoffe, dass es US-Präsident Barack Obama gelingen werde, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an den Verhandlungstisch zu bekommen. Abbas stellt für die Wiederaufnahme der im September 2010 ausgesetzten Gespräche mehrere Bedingungen, darunter ein Ende der israelischen Siedlungspolitik. Obama reist am Mittwoch nach Israel.

dapd/AFP/chk

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