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Noch ist die Befreiung Tunesiens ohne Gewähr

Tunesien ist einen Schritt weiter als Ägypten. Das Land versucht, sich nach erfolgreicher Revolte neu zu erfinden. Und die Bevölkerung und der Westen rätseln darüber, wie stark die Islamisten sind.

Ruhe nach dem Sturm: Die Strassen in Tunis werden nach den Protesten gereinigt.
Ruhe nach dem Sturm: Die Strassen in Tunis werden nach den Protesten gereinigt.
Reuters

Es war eine denkwürdige Szene, die sich diese Woche im tunesischen Innenministerium abspielte – eine potenziell gefährliche für den Übergang zur Demokratie. Zwischen 2000 und 3000 Polizisten und Gardisten des gestürzten Herrschers Zine al-Abidine Ben Ali verschafften sich Zugang zum Ministerium mitten in Tunis. «Sie standen unter Drogen, waren betrunken und bewaffnet», erzählte Farhat Rajhi später einem privaten Fernsehsender. Sie bedrohten den Anwalt, der erst seit einigen Tagen Minister im Übergangskabinett ist, nahmen ihm das Handy und die Brille weg. Die Armee eskortierte ihn aus seinem Büro, durch einen Seitenausgang. Die marodierenden Milizionäre verschwanden, ohne dass man sie zur Rechenschaft gezogen hätte.

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