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Neuer US-Befehlshaber im Irak

Der US-Einsatz im Irak steht unter einem neuen Kommando: Auf David Petraeus folgt Raymond Odierno.

Übergabe des Kommandos: Auf David Petraeus (l.) folgt Raymond Odierno (r.).
Übergabe des Kommandos: Auf David Petraeus (l.) folgt Raymond Odierno (r.).
Keystone

Der Irak sei heute ein anderes Land als noch vor zwei Jahren, als der Bürgerkrieg seinen Höhepunkt erreicht habe, sagte der 54-jährige Raymond Odierno bei der Kommandoübernahme.

«Aber diese Erträge sind zerbrechlich und umkehrbar», warnte er. Es komme nun darauf an zu verhindern, dass extremistische Gruppen in dem Golfstaat wieder mehr Spielraum bekämen. Ein wichtiger Schritt seien auch die bevorstehenden Regionalwahlen, betonte Odierno.

Der neue US-Kommandant hat langjährige Erfahrungen im Zweistromland. Er war bereits beim Einmarsch der US-Truppen 2003 im Irak.

Seine Einheit spürte Ende 2003 Ex-Machthaber Saddam Hussein in seinem unterirdischen Versteck auf. Bis Februar dieses Jahres war Odierno Stellvertreter von Petraeus.

Zeremonie in Palast von Saddam Hussein

«Er weiss, dass jetzt der entscheidende Moment ist, in dem der Erfolg fragil bleibt und Vorsicht zur Tagesordnung gehört», sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates bei der Zeremonie.

Der Kommandowechsel fand in einem früheren Palast von Saddam Hussein statt, der sich auf einem US-Luftwaffenstützpunkt nahe des Bagdader Flughafens befindet.

Odierno gilt wie Petraeus als einer der Architekten jener Strategie, mit der die USA Anfang 2007 auf eine deutliche Aufstockung ihrer Truppen im Irak setzten.

Weitere Truppenreduktion

Petraeus hatte das Kommando im Irak im Febraur 2007 übernommen, als die Kämpfe zwischen den rivalisierenden Gruppen den Höhepunkt erreicht hatten.

Damals sei die «Dunkelheit in das Land herabgestiegen», sagte Gates bei der Verabschiedung von Petraeus. Der Tod habe zum Alltag gehört. Überall auf der Welt sei darüber diskutiert worden, ob eine neue Strategie etwas ändern könne.

Die Regierung in Washington schreibt es vor allem diesem Strategiewechsel zu, dass sich die Zahl der Anschläge im Irak inzwischen verringert hat. Odierno soll eine weitere Reduzierung der US-Truppen im Irak beaufsichtigen.

Mit weniger Soldaten

Deren Zahl war zeitweise auf 160'000 aufgestockt worden. Derzeit sind noch 146'000 US-Soldaten im Irak, 8000 sollen bis Jahresende heimkehren.

Es sei nun Odiernos Aufgabe, die Zusammenarbeit mit den Irakern weiter auszubauen und mit weniger Soldaten die bereits erzielten Gewinne zu erhalten und auszuweiten. Mit diesen Worten umriss Verteidigungsminister Gates die auf den neuen Kommandanten wartende Arbeit.

Petraeus wurde zum neuen Chef des US-Zentralkommandos befördert. Er ist damit für die militärische Strategie der USA im Nahen Osten, in Zentralasien und Ostafrika verantwortlich.

SDA/bru

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