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Netanyahu liess Angriff auf den Iran vorbereiten

Laut einem TV-Bericht liefen 2010 bereits die Vorbereitungen für einen Angriff auf den Iran, nachdem der israelische Regierungschef Netanyahu den Befehl dazu erteilt hatte. Der Plan wurde durch zwei Vetos vereitelt.

Hoben das Vorbereitungsniveau an: Verteidigungsminister Ehud Barak (l.) und Premierminister Benjamin Netanyahu bei einer Inspektion nahe der Grenze zu Ägypten. (August 2012)
Hoben das Vorbereitungsniveau an: Verteidigungsminister Ehud Barak (l.) und Premierminister Benjamin Netanyahu bei einer Inspektion nahe der Grenze zu Ägypten. (August 2012)
AFP

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak haben nach Informationen des israelischen Fernsehens im Jahr 2010 den Streitkräften den Befehl erteilt, einen Angriff auf iranische Atomanlagen vorzubereiten. Wie der Privatsender «2» am Sonntag berichtete, wurde diese Anordnung schliesslich aber wieder zurückgenommen. Der Befehl sei nicht zur Anwendung gekommen, da sich der damalige Generalstabschef Gabi Aschkenasi und der Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Meir Dagan, dagegen gestellt hätten.

Netanyahu und Barak hätten bei einem Treffen der sieben wichtigsten Minister im Beisein von Aschkenasi und Dagan angeordnet, das Vorbereitungsniveau auf «P plus» anzuheben, berichtete der Sender weiter. «P plus» bedeutet, dass die Streitkräfte zur Aktion bereit sein müssen. Dagan habe widersprochen und darauf verwiesen, dass eine solche Entscheidung nur vom Sicherheitskabinett getroffen werden könne, dem 15 Minister angehören. Aschkenasi wandte demnach ein, ein solcher Schritt könne «neue Fakten vor Ort» schaffen.

«Nicht notwendigerweise Krieg»

Barak sagte dem Sender, der damalige Generalstabschef habe Netanyahu geantwortet, dass die israelische Armee nicht über die nötigen Mittel für einen solchen Angriff verfüge. Der Befehl hätte nach seiner Darstellung «nicht notwendigerweise Krieg bedeutet».

Die Zeitung «Haaretz» berichtete in ihrer Onlineausgabe hingegen, Aschkenasi habe nach seinem Ausscheiden aus dem Amt erklärt, die Armee sei zwar in der Lage, einen Angriff gegen die iranischen Atomanlagen zu führen, er sei aber überzeugt, dass dies ein «strategischer Fehler» wäre. Dagan hatte nach dem Ende seiner Amtszeit einen solchen Angriff als «dumm» bezeichnet.

Israel und westliche Staaten verdächtigen den Iran, heimlich an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten. Israel sieht dadurch seine Existenz bedroht. Der Iran bestreitet die Vorwürfe. Die israelische Führung hat bisher nicht zugestanden, über Atomwaffen zu verfügen. Experten schätzen, dass Israel mindestens 200 Atomsprengköpfe besitzt.

(AFP)

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