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Minister ist wütend auf Netanyahu und tritt zurück

Israels Ministerpräsident hat den Verteidigungsminister scharf kritisiert. Jetzt will sich Moshe Yaalon aus der Politik zurückziehen.

Zerstritten: Moshe Yaalon und Benjamin Netanyahu sprechen an einer Medienkonferenz in Tel Aviv. (2. April 2014)
Zerstritten: Moshe Yaalon und Benjamin Netanyahu sprechen an einer Medienkonferenz in Tel Aviv. (2. April 2014)
Keystone

Wegen eines Streits mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu legt Israels Verteidigungsminister Moshe Yaalon sein Amt nieder und zieht sich aus der Politik zurück. Wegen Netanjahus Verhalten trete er zurück , schrieb Yaalon am Freitag im Internetdienst Twitter.

Ihm fehle nach den jüngsten Entwicklungen das Vertrauen in Netanyahu, erklärte der Verteidigungsminister. Anlass für den Streit war die Ermunterung Yaalons an seine Offiziere, ihre Sorgen und Kritik offen kundzutun, auch wenn diese der Position der Regierung zuwiderlaufe. Netanyahu hatte Yaalon dafür scharf kritisiert.

Gespräche mit Avigdor Lieberman?

Das Zerwürfnis der beiden Likud-Politiker könnte in einen Rechtsruck der Regierung münden. Netanyahu hat schon Gespräche mit Ex-Aussenminister Avigdor Lieberman aufgenommen. Der Gründer der ultranationalistischen Partei Unser Haus Israel könnte neuer Verteidigungsminister werden.

Seine Ernennung wurde von Netanyahu aber bisher noch nicht offiziell bestätigt. Zum Rücktritt Yaalons gab es zunächst auch noch keine Stellungnahme aus der Regierungsspitze.

Vertrauen des Westens in Gefahr?

Eine solche Kabinettsumbildung könnte das Vertrauen des Westens in die israelische Regierung schmälern. Schliesslich pflegte Yaalon die Beziehungen zum Verteidigungsministerium in Washington.

Das Verhältnis zwischen Präsident Barack Obama und Ministerpräsident Netanyahu hatte im Konflikt über Nahost-Friedensgespräche und die Annäherung an den Iran stark gelitten. Lieberman ist bekannt für seinen harten Kurs gegenüber den Palästinensern.

SDA/woz

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