Zum Hauptinhalt springen

Milizen schiessen auf Frauen-Kundgebung

Die Konflikte in der Elfenbeinküste haben eine neue Stufe der Intensität erreicht: Milizen des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo schrecken auch nicht vor Gewalt gegen Frauen zurück.

Mit Maschinengewehren gegen Demonstrantinnen: Frauen-Kundgebung in der Stadt Abidjan am 3. Februar.
Mit Maschinengewehren gegen Demonstrantinnen: Frauen-Kundgebung in der Stadt Abidjan am 3. Februar.
AFP

In der Elfenbeinküste hat der seit drei Monaten dauernde Konflikt eine neue Stufe der Intensität erreicht. Am Donnerstag erschossen Sicherheitskräfte bei einer Demonstration mindestens sechs Frauen. Wie ein Mitarbeiter der Behörden mitteilte, eröffneten Milizen des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo mit Maschinengewehren das Feuer auf die Demonstrantinnen, die sich in der Stadt Abobo versammelt hatten. Augenzeugen berichteten, die Frauen seien von den Gewehrkugeln «in Stücke zerrissen» worden.

Tausende Frauen waren aus Protest gegen Gbagbos Weigerung, die Macht an den international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara abzutreten, auf die Strasse gegangen. In der Elfenbeinküste haben Frauenmärsche Tradition. Eine der Veranstalterinnen der Kundgebung erklärte, sie hätten nicht damit gerechnet, dass Gbagbos Truppen auch auf Frauen schiessen würden.

UNO befürchten neuen Bürgerkrieg

Washington verurteilte den Angriff umgehend. US-Aussenministeriumssprecher P. J. Crowley schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, der moralische Bankrott Gbagbos sei angesichts der Tat offensichtlich. Der UN-Sicherheitsrat erklärte, er sei «zutiefst beunruhigt» über die Eskalation der Gewalt in der Elfenbeinküste und befürchtete, sie könne zu einem neuen Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land führen.

Angesichts anhaltender Strassenkämpfe in Abobo, einer Stadt in der Metropolregion Abidjan, sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 200'000 Menschen aus dem Gebiet geflohen. Seit Tagen war es dort bereits zu Kämpfen zwischen der Gbagbo-treuen Polizei und Soldaten gekommen, die hinter Ouattara stehen.

Hochrechnungen der Nachrichtenagentur AP, basierend auf UNO-Zahlen und bestätigten Opferzahlen, zufolge starben bei dem Konflikt knapp 400 Menschen. Allein in den vergangenen 24 Stunden kamen 32 Menschen ums Leben; die Opfer waren fast ausschliesslich Anhänger Ouattaras.

dapd/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch