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Massive Luftangriffe auf Mossul

Die irakische Millionenstadt ist seit dem Sommer in den Händen der IS-Miliz. Nun hat die US-geführte Anti-Terror-Koalition laut Medienberichten mit einem intensiven Bombardement der Stadt begonnen.

Zusammenstösse zwischen Kurden und dem IS: Rauch steigt über den Aussenbezirken von Mossul auf. (21. Januar 2015)
Zusammenstösse zwischen Kurden und dem IS: Rauch steigt über den Aussenbezirken von Mossul auf. (21. Januar 2015)
Reuters

Die internationale Anti-Terror-Koalition hat nach kurdischen Angaben mit einem massiven Bombardement der nordirakischen Stadt Mossul begonnen. Die Jihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) begann mit Evakuierungen aus dem Stadtzentrum.

Dies berichtete das Nachrichtenportal Rudaw unter Berufung auf einen Vertreter der kurdische Peschmerga-Armee. Auch der US-Nachrichtensender CNN berichtete von neuen Bombardierungen. Der Generalsekretär des Peschmerga-Ministeriums, Jabar Jawar, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass zur Stunde eine Militäroperation laufe.

Die unabhängige irakische Nachrichtenseite «Al-Sumaria» meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Extremisten aus sieben Ortschaften nordwestlich von Mossul durch Luftschläge und kurdische Soldaten vertrieben worden seien.

Massengrab entdeckt

In einem der kürzlich zurückeroberten Gebiete im Norden des Landes wurde unterdessen erneut ein Massengrab mit den Leichen von 23 Jesiden entdeckt. Das Grab sei aufgrund des Hinweises eines Bewohners in der Nähe des Dorfs Bardijan gefunden und geöffnet worden, teilte ein Sprecher der kurdischen Regionalregierung mit.

Nach seinen Angaben waren die Opfer ausschliesslich Männer; sie wurden demnach erschossen, einige von ihnen hatten die Hände gefesselt.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer hatten erst vor knapp einer Woche in der Provinz Ninive weiter südlich ein Massengrab mit rund 25 Leichen entdeckt. Nach Angaben des Regierungssprechers wird ein weiteres Massengrab mit dutzenden Leichen in der Region Hardan vermutet.

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit mit einem eigenständigen monotheistischen Glauben. Sie leben vorwiegend im Nordirak und sind mehrheitlich ethnische Kurden. Von der IS-Miliz und anderen militanten Sunniten werden sie als «Teufelsanbeter» verfolgt.

Der IS hatte bei seiner Blitzoffensive im Nordirak im vergangenen Sommer tausende Jesiden getötet oder gefangen genommen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden Hunderte, wenn nicht Tausende jesidische Frauen als Ehefrauen an Jihadisten verkauft oder als Sexsklavinnen unterjocht.

Anschläge in Bagdad

Bei drei Anschlägen in Bagdad sind mindestens 34 Menschen getötet und über 50 verletzt worden. Der erste Sprengsatz explodierte laut Behördenangaben im Schiiten-Viertel Neu-Bagdad. Allein dabei wurden 22 Menschen getötet.

Ziel der zweiten Attacke sei der Marktbezirk Scharka gewesen. Dort habe es zehn Tote gegeben. Zudem seien durch eine Bombe im schiitischen Teil des Stadtbezirks Dura zwei Menschen getötet und sieben verletzt worden.

Die Anschläge ereigneten sich kurz vor der jüngst angeordneten Aufhebung der nächtliche Ausgangssperre in Bagdad. Mit der Massnahme, deren Umsetzung um Mitternacht geplant ist, soll die Stadt ein Stück weit zur Normalität zurückkehren. Die Sperre war vor über sieben Jahren verhängt worden.

Die irakische Armee versucht derzeit, landesweit die Kontrolle wiederzugewinnen, nachdem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Juni weite Gebiete im Norden und Westen von Bagdad eingenommen hatte. Die Hauptstadt ist derzeit nicht von grösseren IS-Angriffen bedroht.

In Bagdad werden allerdings immer noch häufig Bombenanschläge verübt, welche meist von sunnitischen Extremisten ausgehen und Schiiten zum Ziel haben. Sunniten fühlen sich im Irak seit dem Sturz von Saddam Hussein 2003 benachteiligt. Das begünstigte auch den Vormarsch der IS-Miliz im Norden und Westen.

SDA

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