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Massive Krawalle in Ägypten – drei Tote

In mehreren Städten Ägyptens gerieten Anhänger und Gegner von Präsident Mursi aneinander. Bei den Ausschreitungen wurde auch ein amerikanischer Fotograf niedergestochen. Die USA warnt vor Reisen in das Land.

Die Regierungsbildung schreitet voran: Mohammed al-Baradei wird vom Interimspräsidenten Adli Mansur als Vizepräsident vereidigt. (14. Juli 2013)
Die Regierungsbildung schreitet voran: Mohammed al-Baradei wird vom Interimspräsidenten Adli Mansur als Vizepräsident vereidigt. (14. Juli 2013)
AP/zvg
Angriff der Islamisten: Ein zerstörtes Panzerfahrzeug in al-Arish. (12. Juli 2013)
Angriff der Islamisten: Ein zerstörtes Panzerfahrzeug in al-Arish. (12. Juli 2013)
AP Photo/Muhammed Sabry
Ende Juni intensivierten sich die Proteste gegen den damaligen Präsidenten Mursi. Die Forderung auf dem Tahrir-Platz ist missverständlich. (30. Juni 2013)
Ende Juni intensivierten sich die Proteste gegen den damaligen Präsidenten Mursi. Die Forderung auf dem Tahrir-Platz ist missverständlich. (30. Juni 2013)
Keystone
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Bei erneuten Zusammenstössen zwischen Gegnern und Anhängern des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind mindestens drei Menschen getötet und 130 weitere verletzt worden.

Unter den Toten war ein US-Bürger, wie das Aussenministerium in Washington bestätigte. Die USA riefen alle Beteiligten in Ägypten zur Zurückhaltung auf und ermahnten die Regierung, das Recht auf Meinungsfreiheit zu achten. «Wir können bestätigen, dass in Alexandria in Ägypten ein US-Bürger getötet wurde», sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Patrick Ventrell, in Washington. Nach ägyptischen Behördenangaben handelte es sich um einen 21-Jährigen, der für das amerikanische Kulturzentrum in Alexandria arbeitete und während der Proteste Fotos machte. Ausserdem wurde in Alexandria ein Ägypter getötet.

In der Hafenstadt Port Said am Suez-Kanal wurde zudem ein ägyptischer Journalist getötet, als Unbekannte einen Sprengsatz warfen, wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte und mehrere Augenzeugen berichteten. Bei den Auseinandersetzungen der vergangenen Tage waren bereits vier Menschen getötet worden.

US-Aussenministerium warnt vor Reisen nach Ägypten

Angesichts der Unruhen erlaubten die USA einem Teil ihres Botschaftspersonals die Ausreise. Zudem empfahl das Aussenministerium, nach Möglichkeit von Reisen in das nordafrikanische Land abzusehen.

Am Sonntag jährt sich Mursis Amtsantritt zum ersten Mal. Seine Gegner planen für den Tag Massenkundgebungen, bei denen sie seinen Rücktritt und eine vorgezogene Präsidentschaftswahl fordern wollen. Mursis Kritiker werfen ihm vor allem vor, die Gesetzgebung nach den Prinzipien des Islams verändern zu wollen.

Am Freitag mobilisierten beide Seiten bereits zehntausende Anhänger zu Kundgebungen. Die Unterstützer Mursis folgten einem Aufruf der islamistischen Bewegungen und kamen zur Moschee Rabaa al-Adawija im Vorort Nasr City. «Wir werden einen Staatsstreich gegen den Präsidenten nicht zulassen», rief Mohammed al-Beltagui von den Muslimbrüdern der Menge zu. «Ihr seid nicht die zweite Revolution und wir sind nicht Mubarak», sagte er mit Bezug auf den 2011 gestürzten früheren Staatschef.

Mursi-Gegner auf dem Tahrir-Platz

Auf dem Tahrir-Platz, dem Ausgangspunkt der Revolution von 2011, versammelten sich die Gegner des Präsidenten. Auch im Nildelta und in Port-Said gab es Proteste. Am Abend gab es gewaltsame Auseinandersetzungen in den Provinzen Dakahlija und Beheira im Nildelta. Nach Angaben von Behördenvertretern wurden im ganzen Land 130 Menschen verletzt.

US-Aussenamtssprecher Ventrell ermahnte alle Seiten zur Zurückhaltung. Alle Ägypter hätten das Recht auf freie Meinungsäusserung, sagte er. «Wir haben die Regierung aufgefordert, dieses Recht zu schützen.» Alle Seiten müssten von Gewalt absehen und ihre Meinung friedlich äussern. «Und politische Anführer haben die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass Gruppen keine Gewalt anwenden.»

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International richtete einen entsprechenden Appell an die ägyptische Regierung. Angesichts der Polizeipräsenz bei den Demonstrationen sei es «unerlässlich», dass die Behörden den Sicherheitskräften eindeutige Anweisungen gäben, damit die Beamten die Versammlungsfreiheit schützten und keine Gewalt anwendeten, erklärte die Organisation. Ägyptens Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sissi hatte gewarnt, die Armee werde im Falle von Gewalt bei den Protesten eingreifen.

AFP/sda/kpn/chk/kle

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