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Luftangriffe treffen zwei Schulen in Aleppo

In der syrischen Stadt Aleppo sind mehrere Bomben eingeschlagen. Mindestens 56 Menschen sind offenbar ums Leben gekommen – darunter sechs Kinder. Die Schulen sollen vorübergehend geschlossen werden.

In Hanano kamen die meisten Menschen ums Leben: Ein Mann zeigt seine Trauer und seine Wut im Viertel von Aleppo.
In Hanano kamen die meisten Menschen ums Leben: Ein Mann zeigt seine Trauer und seine Wut im Viertel von Aleppo.

Bei Luftangriffen auf Rebellenbastionen in der nordsyrischen Stadt Aleppo und deren Umgebung sind am Sonntag nach Angaben von Aktivisten dutzende Menschen getötet worden. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden mindestens 56 Menschen getötet.

Auch zwei Schulen wurden getroffen, zudem beschädigte in der Nähe von Homs ein Bombenanschlag eine Schule. Das Rote Kreuz warnte vor einer Verschlimmerung der humanitären Lage. Die Beobachtungsstelle teilte mit, dass unter den 56 Toten in der Region Aleppo sechs Kinder und sieben oppositionelle Kämpfer seien. Die Opferzahl könne noch ansteigen, denn dutzende Menschen seien schwer verletzt oder als vermisst gemeldet worden. In Aleppo wurden den Angaben zufolge die von Rebellen kontrollierten Viertel Hanano, Ahmadijeh und Haidarijeh angegriffen.

Wirtschaftsmetropole schwer zerstört

Die einst blühende Wirtschaftsmetropole wurde durch den Bürgerkrieg schwer zerstört. Seit Sommer 2012 ist Aleppo zwischen Regierung und Rebellen geteilt. Vor einer Woche startete die Armee Angriffe auf Rebellenviertel, seither wurden hunderte Menschen getötet. Die Krankenhäuser seien «voll von Verletzten», erklärte das Aleppo Media Centre, ein Netzwerk oppositioneller Bürgerjournalisten. Demnach setzte die Luftwaffe am Sonntag Bomben ein, die mit dem Sprengstoff TNT gefüllt waren.

Auch aus anderen Orten in der Provinz Aleppo wurden Luftangriffe gemeldet. Aktivisten der Generalkommission der syrischen Revolution berichteten von «Panik und Massenflucht» auf umliegende Felder trotz klirrender Kälte. Unter den Opfern seien auch Rettungskräfte, die während der Versorgung von Verwundeten getötet wurden.

Forderung einer Flugverbotszone

Der oppositionelle Provinzrat von Aleppo kündigte an, wegen der «systematischen Angriffe» die Schulen in den von Rebellen gehaltenen Gebieten «für mindestens eine Woche» zu schliessen. Bei den Angriffen vom Sonntag seien zwei Schulen getroffen worden, fügte der Provinzrat hinzu. Laut einem Video des Journalistennetzwerks Schahba Press wurde eine der Schulen während des Unterrichts getroffen.

In einem schiitischen Dorf in der zentralen Provinz Homs wurden laut der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana sechs Schulkinder und zwei Angestellte der Schule bei einem Bombenanschlag getötet. Die Beobachtungsstelle gab die Zahl der Toten mit mindestens 20 an, darunter sieben Kinder.

Die oppositionelle Nationale Koalition bekräftigte ihre Forderung nach einer Flugverbotszone. Solange die Luftangriffe nicht gestoppt würden, würden sich «die humanitäre Katastrophe, die regionale Instabilität und der Anstieg des Extremismus weiter verschlimmern», erklärte Koalitionsvertreter Munser Akbik am Sonntagabend.

Eine halbe Million Menschen verletzt

Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wurden durch die Kämpfe in Syrien seit dem Beginn des Konflikts im März 2011 mindestens eine halbe Million Menschen verletzt. Der IKRK-Delegationschef in Syrien, Maghe Barth, sagte, trotz «äusserster Not» komme bei vielen Menschen die humanitäre Hilfe nicht an. Lebensmittel und andere Güter des Grundbedarfs neigten sich «gefährlich» dem Ende zu, besonders in den umkämpften Gebieten.

Unterdessen trafen am Sonntag in London die sterblichen Überreste des britischen Arztes ein, der in syrischer Gefangenschaft gestorben war. Die britische Regierung forderte Damaskus auf, die Todesumstände aufzuklären. Die syrischen Behörden hatten angegeben, der 32-jährige Abbas Khan habe sich in seiner Zelle erhängt.

SDA/wid

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