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Libysche Rebellen nehmen Brega ein

Libyens Aufständische sind offenbar bis zur Stadt Brega vorgerückt. Derweil kritisiert Russland die Entscheidung der USA, die Rebellen-Führung als Vertretung des nordafrikanischen Volkes anzuerkennen.

Haben zwei weitere Städte eingenommen: Libysche Rebellen in der Stadt Sawija. (19. August 2011)
Haben zwei weitere Städte eingenommen: Libysche Rebellen in der Stadt Sawija. (19. August 2011)
Keystone
Dingfest gemacht: Rebellen haben in Sawija einen Heckenschützen der libyschen Armee festgenommen. (16. August 2011)
Dingfest gemacht: Rebellen haben in Sawija einen Heckenschützen der libyschen Armee festgenommen. (16. August 2011)
Keystone
Die Nato intensiviert ihre Angriffe: Die Bilder wurden von einem Jet der britischen Royal Air Force aufgenommen. (6. Mai 2011)
Die Nato intensiviert ihre Angriffe: Die Bilder wurden von einem Jet der britischen Royal Air Force aufgenommen. (6. Mai 2011)
Keystone
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Ein Grossteil der Truppen von Machthaber Muammar al-Ghadhafi habe sich in Richtung der weiter westlich gelegenen Stadt Ras Lanuf zurückgezogen, sagte heute ein Sprecher der Aufständischen.

Bis zu 200 Getreue Ghadhafis halten sich demnach aber weiterhin noch in der Stadt im Osten des Landes verschanzt. Wegen der vielen Minen, die die Regierungstruppen an Strassen und Gebäuden hinterlassen hätten, werde es aber noch eine Weile dauern, bis die Aufständischen die Stadt vollständig unter Kontrolle hätten.

Offensive in Brega

Die Rebellen hatten ihre Offensive auf Brega am Donnerstag begonnen. Der Hafen am Golf von Sirte war im Verlauf des nunmehr fast fünf Monate dauernden Konflikts bereits mehrmals von Ghadhafi-Truppen und Rebellen eingenommen worden. Die Getreuen Ghadhafis hatten Brega im April unter ihre Kontrolle gebracht.

Sollten sich die Angaben bewahrheiten, wäre dies ein wichtiger Erfolg für die Aufständischen. Nach Angaben des Rebellensprechers hat sich die Kampflinie nun weiter nach Westen verlagert.

«Die meisten unserer Truppen sind jetzt an Brega vorbeigezogen und unterwegs nach Bischr und Ugaila», sagte Rebellensprecher Schamsiddin Abdulmolah. Dort werde es zu den nächsten Zusammenstössen kommen. Bei Kämpfen am Wochenende seien zwölf Rebellen getötet und knapp 300 verletzt worden.

Lawrow will nicht Partei ergreifen

Russland kritisierte unterdessen die Entscheidung der USA und weiterer Staaten, die Rebellen-Führung als legitime Vertretung des nordafrikanischen Volkes anzuerkennen. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sagte, mit einem solchen Schritt verlasse man eine neutrale Position und nehme Partei für eine Bürgerkriegsseite ein. Russland lehne dies ab und werde weiterhin Kontakt zu beiden Seiten pflegen.

Auch die Differenzen zwischen der EU und der Afrikanischen Union (AU) über die Zukunft Libyens bleiben: Ghadhafis Rücktritt könne nach Ansicht der AU nur ein Ergebnis von Verhandlungen zwischen den libyschen Parteien sein, sagte Südafrikas Präsident Jacob Zuma in Pretoria nach einem Treffen mit dem britischen Premier David Cameron.

Erst müsse Ghadhafi gehen, dann könnten die Verhandlungen beginnen, betonte dagegen Cameron. Übereinstimmung zwischen Europa und Afrika bestehe darin, dass die Kampfhandlungen möglichst umgehend eingestellt werden müssten und dass am Ende ein demokratisches Libyen stehen müsse.

SDA/wid

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