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Liberia schliesst aus Angst vor Ebola alle Schulen

Zwangsurlaub für Staatsbedienstete, geschlossene Märkte und einen Ferientag, um öffentliche Gebäude zu desinfizieren: Liberia hat der Ebola-Seuche den Kampf angesagt.

Bleibt bis auf weiteres geschlossen: Schule in Liberia. (Archivbild)
Bleibt bis auf weiteres geschlossen: Schule in Liberia. (Archivbild)
Keystone

Angesichts der Ebola-Seuche in Westafrika hat Liberia die vorübergehende Schliessung aller Schulen im Land verfügt. Die Massnahme gelte, bis das Bildungsministeriums neue Anweisungen erteile, sagte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf am Mittwoch.

Bis auf Weiteres geschlossen würden auch alle Märkte in Grenzregionen. Ausserdem sollen alle abkömmlichen Staatsbediensteten in einen 30-tägigen Zwangsurlaub gehen. Freitag wurde nach den Worten der Staatschefin zum Ferientag erklärt, an dem alle öffentlichen Gebäude desinfiziert würden.

«Beispiellose» Epidemie

Zuvor hatte die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Alarm geschlagen. Einsatzleiter Bart Janssens bezeichnete die Epidemie in der Zeitung «Libre Belgique» vom Mittwoch als «beispiellos». Sollte sich die Lage vor Ort nicht rasch verbessern, könnten bald weitere Länder betroffen sein. Vor allem in Sierra Leone und Liberia gebe es inzwischen grosse Gebiete, die von der Seuche betroffen seien, und immer noch breite sie sich weiter aus.

Seit Monaten breitet sich ein besonders aggressiver Ebola-Stamm in Westafrika aus. Mehr als 1200 Menschen wurden nach WHO-Angaben bisher infiziert, mehr als 670 von ihnen starben. Betroffenen sind Guinea, Liberia und Sierra Leone, hinzu kommt ein erster Todesfall in Nigeria.

US-Friedenscorps zieht Mitarbeiter ab

Das Ebola-Virus löst hämorrhagisches Fieber aus, das in einer Vielzahl von Fällen zum Tod führen kann. Medikamente dagegen gibt es nicht, doch steigert eine frühzeitige Behandlung die Überlebenschancen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich das Virus durch Körperflüssigkeiten.

Unterdessen teilte das US-Friedenscorps mit, dass hunderte Freiwillige aus Guinea, Liberia und Sierra Leone wegen der Ebola-Epidemie abgezogen würden. Eine Peace-Corps-Sprecherin sagte, zwei Freiwillige seien mit Ebola in Berührung gekommen, nachdem sei mit einem inzwischen verstorbenen Infizierten Kontakt gehabt hätten. Sie seien aber bislang symptomfrei und stünden in einer Isolierstation unter medizinischer Aufsicht. Das Peace Corps ist eine unabhängige US-Behörde, die zur Verständigung zwischen US-Bürgern und Bürgern anderer Länder beitragen soll.

AFP/chk

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