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Hoffnung auf Waffenruhe in Aleppo schwindet

Der russische Aussenminister hat an einem OSZE-Treffen angekündigt, die syrische Armee unterbreche die Angriffe auf Aleppo. Beobachter melden anderes.

Tausende sind auf der Flucht: Die Uno zeigt sich alarmiert über Gräueltaten in der umkämpften Stadt.
Tausende sind auf der Flucht: Die Uno zeigt sich alarmiert über Gräueltaten in der umkämpften Stadt.
AFP
Heftig umkämpft: Die Rebellengebiete im Osten von Aleppo. (10. Dezember 2016)
Heftig umkämpft: Die Rebellengebiete im Osten von Aleppo. (10. Dezember 2016)
EPA, Keystone
Weite Teile von Aleppo sind zerstört. (27. November 2016)
Weite Teile von Aleppo sind zerstört. (27. November 2016)
George Ourfalian, AFP
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In der umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo gehen die Bemühungen um humanitäre Hilfe für die Rebellengebiete weiter. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die verbliebenen Viertel unter Kontrolle der Opposition seien überfüllt.

Eine grosse Zahl an Menschen seien dorthin geflüchtet. Weitere Angriffe und Kämpfe könnten zu vielen Opfern führen. Aus Hamburg war noch am Donnerstagabend ein Hoffnungszeichen gekommen.

Der russische Aussenminister Sergei Lawrow sagte beim Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die syrische Armee habe ihre Angriffe in Aleppo unterbrochen, um etwa 8000 Zivilisten aus der Stadt zu bringen.

Nach Angaben der Agentur Interfax kündigte der russische Aussenminister Lawrow ein Treffen russischer und amerikanischer Experten für Samstag in Genf an. Sie sollten ein Abkommen mit einer Lösung für Ost-Aleppo fertigstellen.

Für Lawrow bestand diese Lösung darin, dass alle Regimegegner die Stadt verlassen und ebenso die Zivilisten, die das wünschten. Der Minister hatte am Rande der OSZE-Konferenz am Mittwoch und Donnerstag auch mit seinem US-Kollegen John Kerry gesprochen.

Kämpfe gehen weiter

Doch gingen die Kämpfe in der nordsyrischen Stadt nach Informationen von Aktivisten weiter. Es gebe noch immer Gefechte zwischen Regimekräften und oppositionellen Milizen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am späten Donnerstagabend. Auch Einwohner der Rebellengebiete in Ost-Aleppo berichteten von Artilleriebeschuss und Jets am Himmel.

Ein Sprecher der Rebellenmiliz Nur al-Din al-Sinki erklärte, das Regime und Russland versuchten, die Nachricht von einer Waffenruhe zu verbreiten. Tatsächlich gebe es weiterhin Angriffe aus der Luft und mit Artillerie.

Syrische Armee kontrolliert 80 Prozent Ost-Aleppos

Die Menschenrechtsbeobachter sitzen zwar in Grossbritannien, sie stützen ihre Angaben aber auf Informationen von Aktivisten in Syrien. Die syrische Armee und verbündete Milizen hatten Mitte November eine Offensive auf den Osten Aleppos begonnen. Mittlerweile haben die Angreifer rund 80 Prozent des bisherigen Rebellengebietes erobert.

Die frühere Handelsmetropole zählt im fast sechs Jahre andauernden Bürgerkrieg zu den meist umkämpften Gebieten. Aktivisten melden seit Tagen heftige Angriffe auf Ost-Aleppo. Bilder zeigen grosse Zerstörungen. Zehntausende sind vor den Kämpfen und Bombardierungen geflohen. Rebellen wiederum beschossen mehrmals Aleppos Westen, der von der Regierung beherrscht wird.

UNO-Generalversammlung plant Resolution

Der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura sagte nach Lawrows Ankündigung, nun müssten die politischen Diskussionen über ein Ende des Bürgerkriegs wieder aufgenommen werden.

Die UNO-Generalversammlung will am Freitag über einen nicht bindenden Resolutionsentwurf abstimmen, der einen sofortigen Waffenstillstand in Aleppo und Zugang für humanitäre Hilfe fordert. Der britische UNO-Botschafter Matthew Rycroft sagte allerdings, dies sei «zu wenig und zu spät».

Der russische Botschafter Witali Tschurkin erklärte, die Resolution werde kaum Auswirkungen auf die Lage vor Ort haben. Vor wenigen Tagen hatte Russland eine UNO-Resolution zu einer siebentägigen Feuerpause für Aleppo mit seinem Veto gestoppt.

(SDA)

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