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Kampf um den Flughafen

Wegen der Gefechte rund um den Flughafen Aleppo ist dieser geschlossen worden. Die Rebellen hatten gedroht, Flugzeuge anzugreifen. Sie werfen dem Regime vor, Waffen auch in Zivilmaschinen zu transportieren.

Umkämpftes Gebiet: Rebellen auf einer Strasse unweit des Flughafens in Aleppo. (28. Dezember 2012)
Umkämpftes Gebiet: Rebellen auf einer Strasse unweit des Flughafens in Aleppo. (28. Dezember 2012)
Reuters

In Syrien sind die Gefechte zwischen Rebellen und Einheiten von Machthaber Bashar al-Assad zu Beginn des neuen Jahres weitergegangen. Nach Angaben der Opposition bombardierten Kampfjets der Regierungstruppen heute Dienstag Vororte der Hauptstadt Damaskus sowie Teile der Metropole Aleppo.

Wegen der Gefechte um den Stützpunkt der Brigade 80 nahe dem Flughafen von Aleppo sei der Airport gestern geschlossen worden, teilte die in Grossbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zuvor hatten die Rebellen gedroht, sowohl zivile als auch militärische Maschinen anzugreifen, die Aleppo anfliegen. Sie warfen der Regierung vor, Waffen auch in Zivilflugzeugen ins Land zu bringen.

50 Generäle in der Türkei

In Damaskus sind laut den Angaben drei Jungen nach ihrer Festnahme durch Regierungstruppen tot aufgefunden worden. Eine Überprüfung des Berichts war wegen der Medienblockade der syrischen Regierung nicht möglich. In Homs schlugen Geschütze in der Altstadt ein.

Unterdessen setzte sich erneut ein General, mehrere Oberste und weitere Offiziere mit ihren Familien über die Grenze in die Türkei ab, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu heute berichtete. Zu der Gruppe der Armeeangehörigen gehörten demnach 42 Menschen.

Die Männer und ihre Familien wurden in das Lager Apaydin gebracht, in dem die Türkei syrische Deserteure unterbringt. Inzwischen sollen sich etwa 50 syrische Generäle in der Türkei aufhalten.

45'000 Tote

In den 21 Monaten des Aufstands gegen die Regierung sind in Syrien nach Schätzungen 45'000 Menschen ums Leben gekommen. Internationale Friedensbemühungen zeigten bislang keinen Erfolg.

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, warnte erst vor wenigen Tagen vor einer Hölle in Syrien. Die Lage verschlechtere sich von Tag zu Tag. Er stösst mit seinem Aufruf zu einer politischen Lösung in Syrien jedoch bei den Konfliktparteien auf taube Ohren. Die Opposition gibt seinen Vorschlägen einen Korb; das Regime von Präsident Bashar al-Assad sendet widersprüchliche Signale aus.

Einerseits zeigte sich die Führung in Damaskus gesprächs- und kompromissbereit. «Die Regierung unterstützt das Projekt zur nationalen Aussöhnung und begrüsst jede regionale oder internationale Initiative für eine Lösung der Krise durch Dialog und mit friedlichen Mitteln ohne Einmischung von aussen», sagte Ministerpräsident Wael al-Halaki.

Regimegegner: Dialog als Zeichen der Schwäche

Andererseits sagte er in seiner Rede gestern vor dem Parlament, der «historische Moment, in dem der Sieg über die Gegner erklärt wird», sei nah. Am Sonntag hatte Brahimi erklärt, er habe einen neuen Plan für eine politische Lösung des Konflikts. Konkrete Angaben zu dem Plan machte er nicht. Dieser basiert nach seinen Angaben aber auf der Genfer Übereinkunft, die Ende Juni von der Aktionsgruppe für Syrien vereinbart worden war.

Die Regimegegner lehnen den Vorschlag ab, weil er nicht nur eine Waffenruhe vorsieht, sondern auch die Bildung einer Übergangsregierung unter Beteiligung von Funktionären des Assad-Regimes. Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) erklärte in der Nacht zum Montag: «Aus der Sicht von Assad sind Initiativen und Dialog ein Zeichen von Schwäche und ein Beweis für seine Legitimität.» Deshalb folgten auf Friedensinitiativen immer nur neue Massaker.

SDA/rbi

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