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Israelische Panzer greifen libanesisches Grenzgebiet an

Als im Norden Israels zwei Raketen einschlagen, lässt die militärische Reaktion durch israelische Panzer nicht lange auf sich warten. Schäden gibt es nicht. Doch die Region ist nervös.

Grenzscharmützel: Raketen aus dem Libanon schlagen im Norden Israels ein . (Archivbild)

Zwischen Israel und dem Libanon ist es zu einem Grenzscharmützel gekommen. Nach dem Einschlag zweier Raketen auf israelischem Gebiet feuerten Panzer von dort in den Libanon. Man habe den Ursprungsort der Raketen im Nachbarland beschlossen, erklärte das israelische Militär. Die libanesische staatliche Nachrichtenagentur berichtete, es seien mindestens 20 Geschosse im Grenzgebiet eingeschlagen. Schäden oder Verletzte wurden von keiner Seite gemeldet.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu lobte das Militär für seine «schnelle und kräftige» Reaktion auf den Raketenangriff. Die libanesische Regierung rühre keinen Finger, um «Kriegsverbrechen» der Hizbollah-Miliz auf ihrem Territorium zu verhindern, kritisierte der Regierungschef.

Seither war es ruhig

Israel hatte im Sommer 2006 knapp einen Monat lang Krieg gegen die Hizbollah-Milizen im Libanon geführt, nachdem diese nach Israel eingedrungen waren und zwei Soldaten entführt hatten. Der Konflikt kostete 1200 Libanesen und 160 Israelis das Leben.

Seither war es an der Grenze zwischen beiden Ländern weitgehend ruhig. Dennoch gab es einige Zwischenfälle. Erst vor wenigen Wochen tötete ein libanesischer Scharfschütze einen israelischen Soldaten. Im August waren vier Raketen aus dem Libanon auf Nordisrael abgefeuert worden. Israel reagierte damals mit Luftangriffen.

Zu der Raketenattacke bekannte sich zunächst niemand. Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon erklärte, die libanesische Regierung sei verantwortlich, wenn von ihrem Gebiet aus gefeuert werde. «Ich würde niemandem empfehlen, unsere Geduld und unsere Entschlossenheit zum Schutz des israelischen Volks auf die Probe zu stellen», warnte er.

Niemand hat Interesse, die Front anzuheizen

Der frühere israelische Geheimdienstoffizier Aviv Oreg sprach von zahlreichen «einsamen Wölfen» auf libanesischem Gebiet, die ohne zentrale Kontrolle aktiv seien. Der Konflikt werde sich aber wahrscheinlich nicht auswachsen. «Derzeit haben weder die Hizbollah noch Israel ein Interesse daran, die Front anzuheizen und in eine gewalttätige Auseinandersetzung gezogen zu werden», sagte er. «Die Hizbollah ist bereits tief verstrickt in den syrischen Bürgerkrieg und kann sich nicht auf diese Front konzentrieren.»

Wegen der Beteiligung der Hizbollah am Bürgerkrieg in Syrien wird der Libanon zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Erst am Freitag hatte in Beirut ein Bombenanschlag einen prominenten Kritiker der Hizbollah getötet.

Die libanesische Regierung ist kaum in der Lage, die Sicherheit im eigenen Land zu kontrollieren. Die Hizbollah hat grosse, gut ausgebildete Milizen, die das Geschehen an der südlichen Grenze bestimmen. Ausserdem gibt es kleine Gruppen militanter Palästinenser, die sich zu einzelnen Raketenangriffen bekennen.

AP/bru

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