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Israel bleibt lieber beim Original statt der Kopie

Benny Gantz liess sich im Wahlkampf von seinem Kontrahenten verunsichern. Auch seine Taktik, sich weiter rechts zu positionieren, ging nicht auf.

Benny Gantz (links) wirkte im Wahlkampf häufig nicht mehr souverän. Foto: Kobi Wolf/Getty Images
Benny Gantz (links) wirkte im Wahlkampf häufig nicht mehr souverän. Foto: Kobi Wolf/Getty Images

Der Wahlkampf in Israel war eine Schlammschlacht und sie hat sich für den Hauptverursacher gelohnt: Benjamin Netanyahu. Nach dem Motto, es wird schon irgendetwas hängen bleiben, hat die Likud-Partei eine Kampagne gegen Herausforderer Benny Gantz gefahren, die Sex, Lügen, ein gehaktes Handy und heimlich aufgenommene Tonbandaufnahmen beinhaltete.

Das hat Verunsicherung ausgelöst: Bei den Wählern und bei Gantz selbst, der im dritten Wahlkampf häufig nicht mehr souverän wirkte. Der ehemalige Generalstabschef der Armee geriet in die Defensive und musste sich oft verteidigen statt seinen politischen Konkurrenten anzugreifen. Seine Taktik, sich weiter rechts zu positionieren, ging nicht auf. Da bleibt man lieber beim Original statt der Kopie.

Netanyahu hat gekämpft und gewonnen – zumindest vorläufig. Er konnte besser mobilisieren. Seinen Kampf ums politische Überleben muss er nun vor Gericht fortsetzen. Netanyahu ist der erste Ministerpräsident des Landes, der angeklagt ist. Für viele war aber nicht einmal die Korruptionsanklagen Grund genug, ihm das Vertrauen zu entziehen. Sie wollen ihn und nur ihn. Der Preis für Netanjahus Wahlerfolg im dritten Anlauf ist ein gespaltenes Land und eine politische Kultur, für die sich sogar der Präsident schämt.

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