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IS-Miliz soll Giftgas eingesetzt haben

In zwei syrischen Städten sollen kurdische Kämpfer mit Giftgas angegriffen worden sein. Sie berichten über brennende Augen und starke Kopfschmerzen.

Schrecken vor nichts zurück: IS-Kämpfer in der syrischen Stadt Rakka.
Schrecken vor nichts zurück: IS-Kämpfer in der syrischen Stadt Rakka.
DPA

Im syrischen Bürgerkrieg soll Giftgas zum Einsatz gekommen sein. Wie die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mitteilten, waren Ende Juni Raketen in der nordöstlichen Stadt Hassaka und südlich von Tel Brak eingeschlagen. Aus den Geschossen sei ein gelbes Gas ausgetreten, das stark nach verfaulten Zwiebeln gerochen habe. Betroffene Kämpfer hätten unter anderem über Erbrechen, ein Brennen in Augen, Hals und Nase und schwere Kopfschmerzen geklagt. Tote habe es nicht gegeben.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete ebenfalls über die Angriffe. In Tel Brak hätten mindestens zwölf kurdische Kämpfer an Giftgas-Symptomen gelitten, teilte sie unter Berufung auf Angaben von Ärzten mit. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Grossbritannien erhält ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Schon einmal Hinweise auf chemische Waffen

Im syrischen Bürgerkrieg wurden bereits mehrfach Chemiewaffen eingesetzt. Präsident Baschar al-Assad hatte im Oktober 2013 der Vernichtung sämtlicher chemischer Kampfstoffe zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Giftgasangriffs mit bis zu 1400 Toten nahe der Hauptstadt Damaskus im August 2013 mit einem Militärangriff gedroht hatten. Die ausgehändigten Giftgasbestände – insgesamt 1300 Tonnen – wurden grossteils auf einem US-Marineschiff im Mittelmeer unschädlich gemacht.

In den vergangenen Monaten hatte es jedoch wiederholt Hinweise auf den Einsatz von Chlorgas in Syrien gegeben. Chlorgas wird in der Industrieproduktion eingesetzt und fällt nicht unter das Abkommen zu den Chemiewaffen, kann aber auch als Kampfstoff eingesetzt werden. Westliche Staaten werfen den Regierungstruppen vor, Chlorgas bei Angriffen mit Fassbomben eingesetzt zu haben. Im benachbarten Irak hatte die Regierung der autonomen Region Kurdistan im März dem IS vorgeworfen, Chlorgas eingesetzt zu haben.

Wie die «New York Times» berichtete, fanden Forscher zudem in einer Mörsergranate, die Ende Juni auf eine Stellung kurdischer Kämpfer in der Nähe des Staudamms von Mossul abgefeuert worden war, eine Chemikalie. Die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen. Ein Experte sagte der Zeitung aber, dass es sich wahrscheinlich um Chlorgas handele.

AFP/slw

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