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Iranische Geiseln in Syrien getötet

Die von den syrischen Aufständischen entführten iranischen Geiseln befinden sich in höchster Lebensgefahr: Drei von ihnen sollen gestern bei einem Angriff der Regierungstruppen getötet worden sein.

Haben gedroht, den Rest der iranischen Geiseln zu töten: Aufständische in Damaskus (06.05.2012)
Haben gedroht, den Rest der iranischen Geiseln zu töten: Aufständische in Damaskus (06.05.2012)
Keystone

Die iranischen Geiseln, die sich in der Gefangenschaft der syrischen Aufständischen befinden, müssen weiter um ihr Leben bangen. Der arabische Fernsehsender al-Jazeera berichtete, drei der iranischen Geiseln seien nach Angaben syrischer Rebellen bei einem Luftangriff von Regierungstruppen getötet worden. Der Angriff habe sich in der Provinz Damaskus ereignet.

Rebellen hatten am Wochenende fast 50 Iraner gefangengenommen, die ein Vertreter der Freien Syrischen Armee als Spione bezeichnete. Amtliche syrische und iranische Medien sprachen dagegen von schiitischen Pilgern, die einen Schrein in der Hauptstadt besuchen wollten. Die Aufständischen drohten, die übrigen knapp 50 Geiseln binnen einer Stunde umzubringen, sollten die Regierungstruppen das Feuer nicht einstellen.

25 Tote bei schweren Kämpfen in Aleppo

Bei schweren Kämpfen im nordsyrischen Aleppo sind nach Angaben des Staatsfernsehens mindestens 25 Aufständische getötet worden. Die Rebellen hätten ein Kraftwerk in der Wirtschaftsmetropole angegriffen und seien zurückgeschlagen worden.

Die Aufständischen eroberten nach eigenen Angaben in zehnstündigen Kämpfen einen strategisch wichtigen Armee-Kontrollpunkt. Die Stellung verbinde die nordöstlichen Vororte mit dem Stadtzentrum Aleppos, sagte ein örtlicher Rebellenkommandant.

Nach seiner Darstellung setzte das Militär auch Kampfflugzeuge ein. Wie die Syrischen Menschenrechtsbeobachter mitteilten, starben gestern landesweit mindestens 260 Menschen, 49 davon in Aleppo.

Frankreich verspricht medizinische Hilfe

Frankreich sendet zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge medizinische Hilfe nach Jordanien. Dies habe Staatspräsident François Hollande entschieden, berichtet der Sender France Info. Französische Militärchirurgen und Ärzte sollten umgehend an die jordanisch-syrische Grenze aufbrechen. Ziel sei, die Opfer der Kämpfe und die Flüchtlinge zu unterstützen, berichtete der Sender. Der Schritt erfolge in Absprache mit den jordanischen Behörden.

Aussenminister Laurent Fabius werde am 15. August nach Jordanien und in andere Länder der Region reisen, hiess es weiter. Nach UN-Angaben haben 40'000 Syrer im benachbarten Königreich vor den Kämpfen Zuflucht gesucht. Die jordanische Organisation Kitab wal Sunna spricht von mehr als 50'000 Flüchtlingen.

Regierungschef läuft über

Gestern war bekannt geworden, dass Ministerpräsident Ryad Hijab als bislang ranghöchster Regierungsvertreter zu den Rebellen übergelaufen ist und sich nach Jordanien abgesetzt hat. Ein Vertreter der Freien Syrischen Armee, Ahmad Kassim, sagte zunächst, neben Hijab seien drei weitere Minister aus Syrien geflohen. Später korrigierte er die Zahl auf zwei. Eine Bestätigung aus anderer Quelle über die Flucht von Ministern lag nicht vor. Ebenfalls gestern wurde auf die Zentrale des syrischen Staatsfernsehens in der streng bewachten Innenstadt der Hauptstadt Damaskus ein Bombenanschlag verübt.

Die Hintergründe der Flucht Hijabs sind noch undurchsichtig, und auch sein genauer Aufenthaltsort war nicht bekannt. Es wird vermutet, dass er bald im Golfstaat Katar eintrifft, der zu den stärksten Unterstützern der Rebellen in Syrien zählt. Der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney, sagte, das Regime von Präsident Bashar al-Assad zerfalle von innen, Assads Tage seien gezählt. Der französische Aussenminister Fabius erklärte, Hijabs Flucht sei ein Zeichen dafür, dass das Regime wegen «seiner Wahl bewaffneter Gewalt» Unterstützung verliere.

AFP/sda/kpn/bru

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