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Iran verkündet Drohnenabschuss

Unweit der Atomanlage von Natanz haben die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine israelische Drohne abgeschossen. Teheran droht mit Vergeltung.

Israel und der Westen verdächtigen den Iran seit Jahren, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten: Flugabwehrgeschütz innerhalb der Atomanlage von Natanz. (9. März 2006)
Israel und der Westen verdächtigen den Iran seit Jahren, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten: Flugabwehrgeschütz innerhalb der Atomanlage von Natanz. (9. März 2006)
Raheb Homavandi, Reuters

Der Iran hat nach eigenen Angaben nahe seiner wichtigsten Atomanlage eine israelische Drohne abgeschossen. Wie die Revolutionsgarden mitteilten, schossen sie ein unbemanntes israelisches Aufklärungsflugzeug ab, als es sich der Urananreicherungsanlage von Natans im Zentrum des Landes näherte.

«Eine Spionagedrohne des zionistischen Regimes wurde von einer Rakete abgeschossen», erklärten die Revolutionsgarden auf ihrer Website sepahnews.com. «Die Drohne versuchte, sich der Atomzone von Natans zu nähern.»

Drohung mit Vergeltung

Zugleich drohte Teheran mit Vergeltung. «Die Revolutionsgarden und die anderen bewaffneten Kräfte des Landes behalten sich das Recht vor, auf diese Aktion zu antworten», hiess es in der Erklärung.

Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte dazu in Tel Aviv auf Anfrage, Israel äussere sich nicht zu ausländischen Medienberichten. Der Iran hatte in den vergangenen Jahren wiederholt vermeldet, ausländische Spionagedrohnen über dem eigenem Territorium vom Himmel geholt zu haben.

Israel und der Westen verdächtigen den Iran seit Jahren, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Israel fühlt sich wie kein anderes Land durch das iranische Atomprogramm bedroht und fordert vom Iran seit langem die völlige Aufgabe der Fähigkeit, Atomwaffen zu entwickeln und zu bauen. Teheran beharrt im Gegenzug auf seinem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomtechnologie und bestreitet die Vorwürfe.

Nächste Verhandlungsrunde am 1. September

Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Teheran und der Gruppe der fünf UNO-Vetomächte und Deutschland über ein Abkommen zur dauerhaften Beilegung des Streits. In seinem Zentrum steht die Urananreicherung, die zur Erzeugung von Brennstoff ebenso wie zur Herstellung von hochangreichertem Uran für Atomwaffen genutzt werden kann.

Ein neues Treffen der Chefunterhändler beider Seiten soll es nach Angaben aus Teheran am 1. September geben. Dann werde Aussenminister Dschawad Sarif in Brüssel mit der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton zusammenkommen, kündigte Vize-Aussenminister Abbas Aragschi am Sonntag nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna an.

Die beiden Politiker wollten über den konkreten Zeitrahmen für die anstehenden neuen Verhandlungen sprechen. Eigentlich hätte in dem Streit bis Juli ein Abkommen stehen sollen, diese Frist wurde inzwischen bis November verlängert.

Streit Militärstützpunkt Partschin hält an

Einer der Streitpunkte bei den Verhandlungen sind die vom Westen geforderten Kontrollen der mutmasslichen iranischen Atomanlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Am Wochenende verweigerte Teheran den Kontrolleuren weiter den Zugang zum Militärstützpunkt Partschin.

Verteidigungsminister Hossein Dehgan sagte am Samstag, die Militärbasis bei Teheran sei vor 2005 mehrfach inspiziert worden, ohne dass dabei etwas Illegales gefunden worden sei. Es gebe keinerlei Grund für einen neuen Besuch in Partschin, weil dort seit der letzten Inspektion nichts Neues passiert sei.

Die IAEA verdächtigt den Iran, auf dem Stützpunkt Sprengtests für Atomsprengköpfe ausgeführt zu haben. Der Iran bestreitet dies und beharrt darauf, dass die IAEA kein Recht zur Kontrolle der Militärbasis habe, da es sich nicht um eine Atomanlage handle.

IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano hatte dagegen im Juni gesagt, eine Inspektion von Partschin sei essentiell, um den friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms bestätigen zu können.

SDA/mw

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