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Im Irak endete das Jahr blutig

Mehrere gezielt gegen Schiiten gerichtete Bombenanschläge haben gestern den Irak erschüttert. Damit soll offenbar religiös und ethnisch motivierte Gewalt provoziert werden.

Nach dem Anschlag: Sicherheitskräfte transportieren ein Auto ab, das im Bagdader Viertel Karrada bei der Detonation eines Sprengsatzes zerstört wurde. (31. Dezember 2012)
Nach dem Anschlag: Sicherheitskräfte transportieren ein Auto ab, das im Bagdader Viertel Karrada bei der Detonation eines Sprengsatzes zerstört wurde. (31. Dezember 2012)
Keystone

Bei einer Reihe von Bombenanschlägen im Irak sind heute mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Die schwersten Explosionen ereigneten sich Polizeiangaben zufolge in der Ortschaft Mussajjib, rund 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad.

Dort hätten Extremisten Sprengsätze vor zwei Häusern platziert, darunter vor dem Haus eines Polizisten. Bei den Explosionen wurden den Angaben zufolge drei Männer, zwei Frauen und zwei Kinder getötet.

Anschlag auf Pilger

Ein Grossteil der Anschläge richtete sich gegen Schiiten. In dem Bagdader Viertel Karrada detonierte ein Sprengsatz vor einem Zelt schiitischer Pilger, die auf dem Weg zu religiösen Feierlichkeiten in der Stadt Kerbela im Süden des Landes waren.

Dabei seien fünf Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden, teilte die Polizei mit. Bei der Explosion eines am Strassenrand versteckten Sprengsatzes seien im Ortsteil Baijaa sechs Pilger verletzt worden.

Vertrauen in Regierung untergraben

Unterdessen explodierte in der Stadt Hilla auf einer viel befahrenen Strasse eine Autobombe. Dabei seien drei Menschen ums Leben gekommen und 21 verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Zwei schiitische Pilger seien getötet und 16 weitere verletzt worden, als in der Ortschaft Chalis nördlich von Bagdad gleichzeitig zwei Sprengsätze detoniert seien. In der Ortschaft Latifija wurden den Angaben zufolge ein Pilger getötet und elf weitere verletzt, als in der Nähe zwei Mörsergranaten einschlugen.

Mit den Anschlägen auf Schiiten wollten die Aufständischen offenbar das Vertrauen in Regierung und Sicherheitskräfte untergraben sowie weitere religiös und ethnisch motivierte Gewalt provozieren. Der Konflikt zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden hatte den Irak vor einigen Jahren bereits an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht.

Fünf Polizisten getötet

Ebenfalls heute kamen in der Stadt Kirkuk im Norden des Landes vier Polizisten bei dem Versuch ums Leben, einen Sprengsatz in der Innenstadt zu entschärfen, wie Polizeioberst Taha Salaheddin mitteilte. Ein weiterer Beamter sei bei einem Bombenanschlag auf einen Polizeikonvoi in der Ortschaft Tus Chormato ums Leben gekommen, sagte der Sprecher der Provinz Salahuddin, Mohammed al-Asi.

SDA/rbi

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