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«Ich habe die Mädchen schon lange verheiratet»

Mitte Oktober hatte die nigerianische Regierung erklärt, sich bei Verhandlungen mit Boko Haram auf eine Waffenruhe geeinigt zu haben. Davon will die Organisation aber nichts wissen.

Provokanter Auftritt: Bild von Haram Abubakar Shekau, welches von der neuen Video-Ansprache stammen soll.
Provokanter Auftritt: Bild von Haram Abubakar Shekau, welches von der neuen Video-Ansprache stammen soll.
AFP

Die Terrororganisation Boko Haram hat Angaben der nigerianischen Regierung über eine Waffenruhe mit den Islamisten dementiert. Dies berichteten die Zeitung «Premium Times» und andere Medien in Nigeria am Samstag übereinstimmend.

Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau erklärte demnach in einem Video, er kenne Danladi Adamu nicht, den angeblichen Vertreter der Islamistenmiliz, der mit der nigerianischen Führung verhandelt habe. Die nigerianische Regierung hatte am 17. Oktober erklärt, sich bei Verhandlungen mit Boko Haram auf eine Waffenruhe geeinigt zu haben.

«In diesem Krieg gibt es kein zurück»

Mit dem Dementi schwinden auch die Hoffnungen auf eine Freilassung der 276 Schülerinnen, die Mitte April in Chibok im Nordosten des Landes von der radikalislamischen Gruppe verschleppt worden waren. Boko-Haram-Anführer Shekau behauptete in dem Video, dass 219 verschleppte Schülerinnen zum Islam konvertiert und verheiratet worden seien. «Das Problem mit den Mädchen ist lange vergessen, weil ich sie schon vor langem verheiratet habe», sagte Shekau und lachte dabei. Er fügte hinzu: «In diesem Krieg gibt es kein zurück.»

Die Extremistengruppe kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete Boko Haram bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 10'000 Menschen.

Schon zuvor Zweifel an Waffenruhe

Bereits zuvor hatte es jedoch Zweifel an der angeblichen Waffenruhe gegeben, da die Angriffe und Entführungen Boko Harams unverändert weitergingen. Zuletzt wurden am Freitag bei einem Bombenanschlag auf einen Busbahnhof in der nördlichen Stadt Gombe mindestens acht Menschen getötet.

Weltweit Schlagzeilen machten die Islamisten im April mit der Entführung von 276 Schülerinnen aus Chibok. Ein Teil der Mädchen konnte später fliehen, 219 Mädchen blieben jedoch in der Gewalt von Boko Haram. Die Extremisten hatten zuletzt am 5. Mai ein Video veröffentlicht, in dem die Mädchen gezeigt wurden.

SDA/kpn

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