Zum Hauptinhalt springen

Hunderte Tote bei Kämpfen im Südsudan

Am Freitag fielen bei einem Treffen zwischen Präsident Salva Kiir und dem früheren Rebellenführer Riek Machar angeblich Schüsse. Seither dehnen sich die Kämpfe aus.

Erneut eskaliert die Gewalt: Eine Gruppe von Rebellen in Juba in Südsudan. (25. April 2016)
Erneut eskaliert die Gewalt: Eine Gruppe von Rebellen in Juba in Südsudan. (25. April 2016)
EPA/Phillip Dhil, Keystone

Der fünfte Jahrestag der Unabhängigkeit ist im Südsudan von schweren Kämpfen in der Hauptstadt Juba überschattet worden: Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Gruppen wurden 272 Menschen getötet. Unter den Toten seien 33 Zivilisten, hiess es aus dem Umfeld des Gesundheitsministeriums am Sonntag. Tausende Menschen flohen vor der Gewalt.

Die Auseinandersetzungen begannen am Freitagabend am Präsidentenpalast, als dort Präsident Salva Kiir und der frühere Rebellenführer Riek Machar zu einer gemeinsamen Medienkonferenz zusammenkamen. Offensichtlich lieferten sich Leibwächter von Kiir und Machar ausserhalb des Gebäudes eine Schiesserei, die anschliessend auf andere Stadtteile übergriff.

Machtkampf eskaliert

Etwa eine halbe Stunde lang waren Schüsse und Artilleriefeuer zu hören, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. «Was da draussen passiert, können wir Ihnen nicht erklären», sagte Kiir, bevor das Treffen abgebrochen wurde.

Der Südsudan war am 9. Juli 2011 nach einem mehr als 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Der Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskalierte im Dezember 2013.

Millionen auf der Flucht

Seitdem wurden bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den von Machar geführten Rebellen zehntausende Menschen getötet. Fast drei Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben, fünf Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Seit April stehen die einstigen Rivalen nach dem Abschluss eines Friedensabkommens gemeinsam an der Spitze des Staates. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten vom Freitag waren die ersten, die sich seit August 2015 in der Hauptstadt Juba ereigneten.

Kämpfe gehen weiter

Am Sonntag dauerten die Gefechte an. Die UNO-Mission im Südsudan (Unmiss) meldete den Einsatz von Mörsergranaten und schweren Geschützen in der Umgebung eines Unmiss-Lagers in Juba. Ein Kampfhelikopter war im Einsatz. «Unsere Einheiten im Stützpunkt Jebel sind angegriffen worden», sagte ein Sprecher Machars. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden.

Bereits vor zwei Wochen habe es eine Zunahme der Gewalt in der Umgebung der Stadt Wau gegeben, erklärte der Malteser Hilfsdienst, der die Bevölkerung dort mit Nahrungsmitteln und Wasser versorgt. Der Hilfseinsatz habe deswegen auf das UNO-Gelände in Wau verlegt werden müssen, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu garantieren.

«Ohne Frieden gibt es keine Zukunft für die vielen Menschen, die im Südsudan auf der Flucht sind», sagte der Afrika-Abteilungsleiter von Malteser International, Roland Hansen.

UNO-Sicherheitsrat kommt zusammen

UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon erklärte, die jüngste Gewalt zeuge von mangelnder Bereitschaft, den Friedensprozess voranzutreiben. Er forderte die Rivalen auf, die Kämpfe einzustellen und die Militärführung zu disziplinieren. «Diese sinnlose Gewalt ist inakzeptabel», erklärte Ban weiter. «Ich bin tief frustriert, dass die Gefechte trotz gegenteiliger Beteuerungen südsudanesischer Führer wieder aufflammen.»

Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) berief der UNO-Sicherheitsrat in New York eine ausserplanmässige Sitzung zum Konflikt im Südsudan ein.

sda/AFP/mch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch