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Gewalt in Syrien provoziert Grossmächte

Wieder wurde auf Demonstranten gefeuert: Wegen des anhaltenden brutalen Vorgehens des Assad-Regimes denken die USA, Deutschland und Frankreich über weitere Massnahmen nach.

Die USA, Deutschland und Frankreich haben die anhaltende Gewalt der syrischen Führung gegen Demonstranten verurteilt. Es werde über «zusätzliche Massnahmen» nachgedacht, um Staatschef Baschar el Assad unter Druck zu setzen, teilte das Weisse Haus gestern in Washington nach getrennten Telefonaten von US-Präsident Barack Obama mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy mit. Nähere Angaben zu den erwogenen Schritten machte das Weisse Haus nicht.

Das US-Aussenministerium hat alle Amerikaner zum sofortigen Verlassen Syriens aufgefordert. US-Bürger sollten aus dem von schweren Unruhen betroffenen Land ausreisen, solange dies noch mit kommerziellen Flügen möglich sei, hiess es gestern. Da die syrische Regierung die Bewegungsfreiheit der im Land befindlichen Diplomaten stark eingeschränkt habe, könne die US-Botschaft ausserhalb der Hauptstadt Damaskus nur eingeschränkt ihre Dienste anbieten.

Türkei fängt iranische Waffenlieferung ab

Die Türkei hat eine für Syrien bestimmte Waffenlieferung aus dem Iran abgefangen. Es lägen Informationen vor, dass ein Lastwagen mit Waffen sichergestellt worden sei, sagte Aussenminister Ahmet Davutoglu. Einzelheiten werde er zu gegebener Zeit nennen.

Der Minister bestätigte damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung» vom Donnerstag. Das Blatt hatte sich auf westliche Diplomaten berufen. Der Iran ist ein enger Verbündeter der Führung in Damaskus.

Hunderte Tote in Hama

Nach neuesten Angaben der Aufständischen sind bei dem sechstägigen Angriff syrischer Panzer auf die Stadt Hama vergangene Woche mindestens 300 Zivilisten getötet worden. Die Örtlichen Koordinations-Komitees beriefen sich dabei auf Angaben von Flüchtlingen.

Unter den Toten seien viele Menschen, die zunächst nur verletzt worden seien, aber wegen fehlender medizinischer Hilfe verstorben seien. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden, weil ausländische Journalisten und Beobachter nicht ins Land gelassen werden.

In Syrien gehen die Sicherheitskräfte seit Monaten trotz internationaler Kritik mit massiver Gewalt gegen die Opposition vor, die mit landesweiten Massenprotesten Präsident Bashar al-Assad zum Rücktritt zwingen will. In Damaskus sowie in der südlichen Provinz Daraa und in der zentralen Stadt Homs gingen gestern nach dem Freitagsgebet wieder Zehntausende auf die Strasse, um gegen das Regime zu demonstrieren.

Der US-Regierung zufolge sollen dabei bislang 2000 Demonstranten getötet worden sein. Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte fielen insgesamt 1650 Zivilisten dem Staatsterror zum Opfer.

SDA/ afp/ dapd/rub

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