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Flugzeuge sollen 14 Tonnen Nahrungsmittel nach Afrika bringen

Spätestens ab morgen Mittwoch soll die Luftbrücke in der Krisenregion am Horn von Afrika stehen. In der Zwischenzeit strömen tausende Menschen in die Hilfslager in Kenia und Äthiopien.

Während der Vorbereitung einer Luftbrücke für Hungerleidende in Somalia strömen noch immer tausende Menschen aus dem Bürgerkriegsland in die Nachbarstaaten Kenia und Äthiopien. Allein im Lager Dadaab in Kenia kamen erneut 500 Flüchtlinge an.

Mittlerweile biete das weltweit grösste Flüchtlingslager fast 400'000 Dürre-Betroffenen Zuflucht, sagte ein Mitarbeiter des Kinderhilfswerks UNO der Nachrichtenagentur dpa.

Wegen der Überfüllung eröffnete das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) gestern ein neues Lager in der Nähe von Dadaab. Es seien bereits Zelte für 2500 Menschen aufgestellt worden, hiess es. Ein weiteres Lager in der näheren Umgebung sei ebenfalls in Planung, um die Dadaab-Camps zu entlasten.

Rotes Kreuz stockt Hilfe auf

Das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) erklärte, täglich passierten etwa 3500 Somalier die Grenzen zu Kenia und Äthiopien. Im Laufe der schweren Hungersnot am Horn von Afrika verliessen demnach bereits 740'000 Somalier ihr Land.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt im ostafrikanischen Dürregebiet ein Ernährungs- und Trinkwasserprogramm in Kenia und Äthiopien. Insgesamt stockt das SRK seine Hilfe für die vom Hunger betroffene Bevölkerung auf 1,2 Millionen Franken auf.

Zehntausende Binnenflüchtlinge

Nach Angaben von UNICEF sind in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti bereits über 2,3 Millionen Kinder akut mangelernährt. Allein in Somalia bedroht die Hungerkrise rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor knapp einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt.

Allein diesen Monat flohen rund 40'000 Somalier in die Hauptstadt Mogadischu. Etwa 30'000 weitere Hungernde seien im Laufe des Julis in Flüchtlingslagern rund um Mogadischu eingetroffen, sagte eine UNHCR-Sprecherin in Genf.

Über den Zeitraum der vergangenen zwei Monate seien 100'000 Binnenflüchtlinge in der somalischen Hauptstadt eingetroffen. Die verheerende Lage habe zu einem heillosen Durcheinander und zu Plünderungen geführt, daher stünden einige der «Schwächsten und Verwundbarsten mit leeren Händen da», erklärte das UNHCR.

Eine Luftbrücke nach Mogadischu

Das Welternährungsprogramm (WFP) trifft letzte Vorbereitungen für die geplante Luftbrücke nach Mogadischu. Erste Flugzeuge mit Nahrungsmitteln vor allem für Kinder sollten noch spätestens morgen aus Nairobi starten.

Die Flugzeuge sollen 14 Tonnen energiereicher Nahrungsmittel in die Region bringen, die vor allem für Kinder gedacht sind. «Bisher erreicht nicht genug Hilfe die notleidenden Menschen», sagte Nicole Engelbrecht, eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).

Mit Blick auf die Zustände in Somalia sagte ein Mitarbeiter der Organisation Oxfam, die Krise sei «eine tödliche Kombination aus natürlichen und von Menschen gemachten Ursachen». Kenneth Lavelle von Ärzte ohne Grenzen fügte hinzu: «Wir können dem Ganzen zwar ein Pflaster aufdrücken, aber wir brauchen eine langfristige Lösung.»

SDA/miw

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