Explosion in Hizbollah-Hochburg – 22 Tote

Bombenanschlag in Beirut: In einer Hochburg der Hizbollah-Miliz ist ein mit mindestens 60 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto detoniert. Mindestens 22 Menschen kamen ums Leben, über 280 wurden verletzt.

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Beim bislang schwersten Anschlag im Libanon im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg im benachbarten Syrien sind gestern 22 Menschen getötet worden. Dies teilt Innenminister Marwan Charbel mit. Nach seinen Worten laufen DNA-Untersuchungen, um festzustellen, ob ein Selbstmordattentäter die Autobombe gezündet hat.

Mindestens 280 weitere Menschen wurden bei der Explosion in einem südlichen Vorort der Hauptstadt Beirut verletzt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, waren nach der Explosion Dutzende Menschen in zerstörten oder beschädigten Gebäuden eingeschlossen.

«Eine der gefährlichsten Bedrohungen»

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den terroristischen Anschlag in scharfer Form. Die Mitglieder des Sicherheitsrats betonten, dass der Terrorismus «eine der gefährlichsten Bedrohungen für den internationalen Frieden und die Sicherheit» sei. Jede Art von Terrorismus sei kriminell und nicht zu rechtfertigen. Auch die USA und Grossbritannien verurteilten den Anschlag. Der scheidende libanesische Ministerpräsident Nadschib Mikati erklärte den Freitag zum Tag der Trauer für die Opfer des Anschlags.

Der Anschlag ereignete sich in einer Hochburg der schiitischen Hizbollah-Miliz, die im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite der Truppen von Präsident Baschar al Assad in die Kämpfe eingegriffen hat. In der Vergangenheit war der Konflikt immer wieder auf den Libanon übergeschwappt, nun aber droht er das Land immer tiefer in den Konflikt hineinzuziehen.

Nach der Explosion wütete am Anschlagsort in Rweiss ein Grossbrand, wie auf Bildern des Hizbollah-Senders Al-Manar zu sehen war. Die Detonation setzte zahlreiche Autos und Gebäude in dem Geschäfts- und Wohnviertel in Brand. Im angrenzenden Vorort Beir al-Abed waren Anfang Juli bei der Explosion einer Autobombe mehr als 50 Menschen verletzt worden.

wid/chk/AP

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