«Den Kolonialismus verantwortlich zu machen, zeugt von Hilflosigkeit»

Der Literaturwissenschafter Mohomodou Houssouba über die grassierende Korruption in Afrika, Alltagsrassismus und die Angst der Europäer.

«Entwicklungshilfe besteht nicht nur aus dem Transfer von Geld», sagt Mohomodou Houssouba. Bild: Fabienne Andreoli

Herr Houssouba, Sie leben seit 17 Jahren in der Schweiz. Haben Sie in dieser Zeit jemals Alltagsrassismus erlebt, wie er gegenwärtig von vielen Personen mit ausländischen Wurzeln in den Medien geschildert wird?
Nein, diese Erfahrung habe ich nie gemacht. Ich achte aber auch nicht besonders darauf. Wenn es zu Auseinandersetzungen mit Einheimischen kommt und mich dabei jemand böse anschaut, zum Beispiel im Verkehr, dann gehe ich davon aus, der andere ärgere sich über meine Fahrweise. Nicht über meine Hautfarbe. Aber für mich ist ohnehin etwas anderes wichtiger als vereinzelte rassistische Sprüche im Alltag.

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