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Eine Million Menschen gegen Assad

Bei Protesten in Syrien kamen fast 30 Menschen ums Leben. Dennoch nimmt die Bewegung immer grössere Dimensionen an. Aktivisten sprechen von einer bedeutenden Entwicklung.

Die Angst verloren: Demonstrantinnen in Hajar Al Asswad bei Damaskus. (8. Juli 2011)
Die Angst verloren: Demonstrantinnen in Hajar Al Asswad bei Damaskus. (8. Juli 2011)
Reuters

In Syrien sind bei erneuten landesweiten Protesten gegen Präsident Baschar el Assad nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 28 Demonstranten erschossen worden. Allein in der Hauptstadt Damaskus seien 16 Menschen ums Leben gekommen. Dies sagte Abdel Karim Rihawi von der syrischen Menschenrechtsliga. Landesweit gingen nach Angaben eines anderen Aktivisten weit mehr als eine Million Menschen auf die Strasse.

Zwölf Menschen seien im Hauptstadtviertel Kabun ums Leben gekommen, als die Sicherheitskräfte das Feuer auf eine Demonstration von rund 20'000 Menschen eröffneten, sagte Rihaui. Vier weitere starben in anderen Stadtteilen. In Dschobar, Duma und Kadam nahe der Hauptstadt starben zudem insgesamt sieben Menschen.

Augenzeugen zufolge versammelten sich an der Moschee El Hassan im Viertel Midan rund 7000 Menschen. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana teilte dagegen mit, «bewaffnete Männer» hätten auf Polizei und Zivilbevölkerung geschossen. Die Regierung macht seit Beginn der Proteste nicht näher benannte «bewaffnete Gruppen» für die Gewalt verantwortlich.

Proteste immer grösser

Nach Angaben Rihawis wurden am Freitag in der Stadt Idleb im Nordwesten des Landes bei der Auflösung einer Demonstration drei Menschen erschossen. Auch in der südsyrischen Stadt Daraa, wo die Proteste vor genau vier Monaten ihren Ausgang nahmen, hätten die Sicherheitskräften zwei Demonstranten getötet.

Allein in der Ölstadt Deir Essor im Nordosten des Landes und in der Protesthochburg Hama seien mehr als eine Million Menschen auf die Strasse gegangen, um den Sturz der Regierung und die Freilassung aller politischen Gefangenen zu fordern, sagte Rami Abdel Rahman von der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Aufruf über Facebook

Die Proteste würden immer grösser. Dies sei eine bedeutende Entwicklung und eine Botschaft an die Regierung, sagte der Menschenrechtsaktivist weiter. Nach Angaben von Augenzeugen kam es auch in Homs, Aleppo und Rakka sowie einer Reihe kleinerer Städte zu Protesten. In Homs und der Stadt Kiswe seien jeweils 15 Menschen durch Schüsse der Sicherheitskräfte verletzt worden, sagten Oppositionsaktivisten.

Wie jeden Freitag seit Beginn der Proteste Mitte März hatten Oppositionsaktivisten auf der Facebook-Seite «Syrian Revolution 2011» zu Demonstrationen nach dem Mittagsgebet aufgerufen. Nach Angaben Rahmans wurden 1419 Zivilisten und 352 Sicherheitskräfte getötet.

(SDA)

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