Eine Frau an der Spitze der Rebellion

Unsere Videoserie zum Arabischen Frühling ist eine Hommage an Frauen, die sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden engagierten. Teil 5: Belquis al-Lahabi, Jemen.

«Die Zeit war noch nicht gekommen»: Belquis al-Lahabi. (Video: Lauren Feeney/The New York Times)

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Wie in Tunesien, Ägypten und Libyen führte der Arabische Frühling auch im Jemen zu einem Machtwechsel. Anfang 2012, nach über 33 Jahren, endete die Regentschaft von Ali Abdullah Saleh. Zivilgesellschaftliche Gruppierungen und oppositionelle Parteien forcierten die Gründung des Nationalen Versöhnungsdialogs, mit dem die Grundlagen für ein neues Jemen gelegt werden sollten. Mitglied dieses Gremiums war auch Belquis al-Lahabi. Wie viele andere Frauen hatte auch sie bei den Protesten gegen den Autokraten Saleh an vorderster Front mitgemacht. Im Video spricht die Frauenrechtlerin von einer euphorisierenden Kundgebung, bei der sie die «Tunesienisierung» des Jemen gefordert hatte. «Das fühlte sich an wie das Rütteln am Thron der Tyrannei.»

Wie in fast allen Ländern, die der Arabische Frühling erfasst hatte, ist im Jemen der Traum einer besseren Gesellschaft unerfüllt geblieben. Im notorisch armen Land auf der Arabischen Halbinsel herrschen heute bürgerkriegsähnliche Zustände. Seit Monaten kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen mit Getreuen von Ex-Präsident Saleh im Militär gegen Anhänger des gewählten und international anerkannten Präsidenten Abd Rabbuh Mansur al-Hadi um die Macht. Nach Angaben der UNO, die von einer humanitären Katastrophe im Jemen spricht, wurden bereits 2600 Menschen in dem Konflikt getötet. Belquis al-Lahabi hat den Jemen verlassen, nachdem eine Explosion ihr Haus zerstört hatte. Die Frauenrechtlerin flüchtete nach Jordanien. Zurück in ihre Heimat will sie nicht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.07.2015, 08:00 Uhr

The Trials of Spring

Das Crossmedia-Projekt «The Trials of Spring» über die Rolle von Frauen während des Arabischen Frühlings vor vier Jahren veröffentlicht Bernerzeitung.ch/Newsnet in Zusammenarbeit mit «The New York Times». Die Filmdokumentationen entstanden in Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, Bahrain und im Jemen.

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