Drohnen gegen Drachen

Die Gefechte in Gaza haben über 50 Tote gefordert. Es ist ein ungleicher Kampf zwischen palästinensischen Aktivisten und israelischen Soldaten.

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Es ist ein Bild, das die ungleichen Mittel der beiden Seiten perfekt einfängt. Ein selbstgebastelter Winddrache hängt im Gazastreifen an der Grenze zu Israel in der Luft. Eine Hightech-Drohne der israelischen Armee fliegt auf ihn zu und versucht mit den Rotoren die Schnur zu kappen. Mit solchen Drachen versuchten die Palästinenser in den letzten Wochen, Molotov-Cocktails und selbstgebastelte Sprengsätze über den Grenzzaun nach Israel zu bringen.

Die Israelis hingegen lassen von den Dronen Tränengas regnen. So können sie weiter ins palästinensische Gebiet vordringen, als mit den Tränengaswerfern am Grenzzaun.

Beim Tränengas bleibt es aber nicht. Gestern eskalierte die Gewalt in Gaza wie zuletzt während des Krieges 2014. Über 50 Palästinenser wurden erschossen, 2400 verletzt. Israelische Todesopfer wurden keine gemeldet.

Die Spitäler in Gaza sind hoffnungslos überfüllt. Einige mussten deswegen ihre Türen schliessen. Auf Bildern ist zu sehen, wie Angehörige der Opfer versuchen, über Fenster ins Innere zu gelangen, um bei ihren Nächsten zu sein. Die Palästinenser weisen meist Schussverletzungen am Kopf oder am Oberkörper auf, schrieb Amnesty International in einer Mitteilung. Das deutet darauf hin, dass die israelischen Soldaten schiessen, um zu töten.

Weisser Rauch von oben: Die Tränengas-Drohnen in Aktion.

Dagegen versuchen sich die Demonstranten zu schützen, indem sie Gummireifen in Brand setzen, damit der dichte schwarze Rauch sie den Blicken der israelischen Scharfschützen entzieht. So getarnt versuchten Dutzende, den Grenzzaun zu Israel zu durchbrechen. Die Soldaten schossen mit scharfer Munition. «Wir haben die Pflicht, unser Territorium zu verteidigen», sagte später Premier Netanyahu.

Schlägt die Hamas mit Raketen zurück?

Gegen die Kugeln können sich die Palästinenser nur mit Steinschleudern wehren. Schusswaffen, wie sie die radikalislamische Hamas im Gazastreifen zweifellos besitzt, wurden unter den Demonstranen am Grenzzaun keine gesichtet. Im Norden Gazas griffen aber laut Armeeangaben Hamas-Angehörige israelische Soldaten an. Das Militär reagierte mit Panzerbeschuss und Luftangriffen auf mehrere Ziele, die sie der Hamas zuordnen.

Die militante Palästinenserorganisation könnte sich für die vielen Toten des heutigen Tages rächen. Das jedenfalls befürchtet die israelische Armee. Sie hat gegen möglichen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen mobile Einheiten des Abwehrschildes «Iron Dome» in Stellung gebracht.

Die Bilder zum Gewaltausbruch im Gazastreifen:

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hvw

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